Napoleon und die Schweiz

Quelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Napoleon_Wagram.jpg?uselang=de

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Napoleon erkannte, dass der zentralistische Einheitsstaat in der Schweiz angesichts der sprachlichen, kulturellen und religiösen Unterschiede keine Chance hatte. Deshalb legte er einen bundesstaatlichen Verfassungsentwurf vor.

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Da die Schweiz Ende des 18. Jahrhunderst unter den Einfluss Frankreichs geriet, konnte sie sich nicht aus dem Krieg, der in Europa wütete, heraushalten. 1799 wurde die Schweiz zu einem unfreiwilligen Schlachtfeld, als österreichische und russische Truppen versuchten, die Franzosen zu vertreiben. Die Präsenz der vielen ausländischen Soldaten in der Schweiz führte zu einer weiteren Verarmung des Landes.
Zwischen 1799 und 1803 kam es in der Helvetischen Republik ausserdem zu vier Staatsstreichen, die Einteilung der Kantone wie auch die Verfassung wurden mehrfach verändert. Die Helvetische Republik erwies sich als praktisch unregierbar, da das Parlament in ein föderalistisches und ein zentralistisches Lager gespalten war. Dies führte zu einem Bürgerkrieg (Stecklikrieg), weshalb sich Napoleon als "Mediator der Helvetischen Republik" einschaltete.
Im März 1803 wurde die Mediationsakte verabschiedet, die das alte kantonale System wieder herstellte, wobei die ehemaligen Untertanen als gleichberechtigte Vollmitglieder in die Eidgenossenschaft aufgenommen wurden. Dies führte dazu, dass die Eidgenossenschaft im Jahre 1803 um sechs Kantone (Aargau, Graubünden, St. Gallen, Thurgau, Tessin und Waadt) erweitert wurde.
Die neue Verfassung gab der Eidgenossenschaft ihre Neutralität zurück, allerdings war sie weiterhin verpflichtet, Soldaten für die französische Armee zur Verfügung zu stellen. Viele Schweizer Soldaten fielen im Kampf für Frankreich. Am bekanntesten wurden die Schweizer Soldaten für ihren Kampfgeist an der Berezina während Napoleons Rückzug aus Moskau (1812). Einen ganzen Tag lang hielten etwa 1'300 Schweizer 40'000 Russen in Schach, damit der Rest ihrer Armee den Fluss auf Pontons überqueren konnte. Der grösste Teil der Schweizer bezahlte diese Aktion, welche die französische Armee vor einer kompletten Zerstörung bewahrte, mit dem Leben.

Die Schweiz nach Napoleon

Nach Napoleons Niederlage im Russlandfeldzug (1812) wandte sich die Stimmung in der Schweiz gegen ihn. Dies kam den von Österreich angeführten Alliierten entgegen, denn sie waren daran interessiert, den französischen Einfluss in der Schweiz zu unterdrücken.
Ende 1813 übernahmen wieder die vorrevolutionären Behörden die Macht in der Schweiz, und die alten kantonalen Verfassungen mit ihren sozialen und politischen Ungleichheiten wurden wieder in Kraft gesetzt. Die neuen Kantone blieben jedoch bestehen, auch wenn dies die früheren Herrscher über diese Gebiete zu verhindern suchten.
In einem neuen Eidgenössischen Vertrag, der im August 1815 unterzeichnet wurde, erhielten die Kantone ihre (fast) vollständige Souveränität (Ausnahme: Aussenpolitik) zurück.
Wallis, Neuenburg und Genf traten der Eidgenossenschaft 1815 bei. Das Territorium des Bistums Basel (Jura) wurde von Frankreich übernommen und zum grössten Teil Bern zugesprochen. Dies war die letzte bedeutende Verschiebung der Schweizer Grenze.

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