Die Schweiz nach den Römern

Quelle: http://www.steppenreiter.de/hunnen.htm

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Nach dem Abzug der Römer ging die Herrschaft über die Westschweiz an das Reich der Burgunder über, die Zentral- und Ostschweiz wurde von Alamannen kontrolliert während die Alpengebiete in der Hand gallo-romanischer Lokalherrscher blieben.

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Die Römer ziehen sich zurück

Im 3. Jahrhundert überwanden die germanischen Alemannen die römischen Festungen am Rhein und fielen ins Schweizerische Mittelland ein. Ab dem 4. Jahrhundert wanderten die germanischen Völker immer weiter westwärts, getrieben von Hunnen und anderen Völkern, die aus Zentralasien auswanderten und nach Europa vorstiessen.


Unter der Bedrohung der wandernden Völker zogen sich die römischen Legionen zu Beginn des 5. Jahrhunderts aus den Provinzen in den Süden der Alpen zurück. Sie wollten ihre Kräfte auf die Verteidigung ihres Kernlandes (Rom und Umgebung) konzentrieren.

Neue Sprachgrenzen entstehen

In der Zeit nach den Römern begannen sich Sprachgrenzen zu bilden. Von Norden her wanderten so viele Alemannen in die Schweiz, dass ihre Sprache – eine Vorläuferin der heutigen Dialekte – die lokale Sprache allmählich verdrängte.
Auf der anderen Seite übernahmen die Burgunder die Sprache der lokalen gallo-römischen Bevölkerung (heutige Westschweiz), über die sie nach der Eroberung Savoyens herrschten. Zu dieser Zeit war der keltische Dialekt von einer Form von Latein verdrängt worden, die sich zu den verschiedenen Patois-Versionen der heutigen Westschweiz entwickelten, und schliesslich wurde das Patois vom standardisierten Französisch abgelöst.
Andere Regionen (Rätien, das die Alemannen nicht erobern konnten oder das Tessin, das unter der Herrschaft der germanischen Langobarden stand) behielten ihre mit dem Latein verwandten Dialekte, welche sich schliesslich zu Sprachen (Rumantsch resp. Italienisch) entwickelten resp. in Sprachen übergingen, die in diesen Gebieten bis heute gesprochen werden.

Die Franken in der Schweiz

Ab dem 6. Jahrhundert begannen die Franken – ein germanisches Volk – kontinuierlich von Westen her zu expandieren. Zuerst eroberten sie die Burgunder, später brachten sie auch die Alemannen und Langobarden unter ihre Herrschaft.
Zwei aufeinander folgende fränkische Dynastien – die Merowinger und die Karolinger – herrschten während einer längeren Zeit, die im Regime von Karl dem Grossen (742-814), nach dem auch die Karolinger Dynastie genannt wird, gipfelte. Das Imperium von Karl dem Grossen wurde im 9. Jahrhundert, nach dem Tod seines Sohnes Louis, wieder aufgeteilt.
Im Jahr 917 standen die heutige Ost- und Zentralschweiz unter schwäbischer Herrschaft, die Westschweiz gehörte zum Burgund. Erst 1032 wurde das ganze Gebiet der heutigen Schweiz von einem einzigen Herrscher, nämlich dem deutschen Kaiser, regiert.

Invasionen von Sarazenen und Ungarn

Das Territorium der heutigen Schweiz sah sich in dieser Zeit verschiedenen Bedrohungen ausgesetzt. Da sich die verschiedenen Adelsfamilien ständig bekämpften, um mehr Macht zu erlangen, war das Gebiet geschwächt und zog fremde Invasoren an.
So wurden im 9. und 10. Jahrhundert verschiedene Gebiete, die heute zur Schweiz gehören, von den Sarazenen (muslimische Kolonialisten) bedroht. Die genaue Herkunft der Sarazenen ist unklar. Überliefert ist einzig, dass sie von einer Basis in der Provence (Südfrankreich) aus Richtung Norditalien drangen und westliche Alpenpässe eroberten. Bevor sie sich wieder zurückzogen, waren sie bis nach Chur und kurz vor St. Gallen vorgedrungen. Vertrieben wurden die Sarazenen von lokalen fränkischen Armeen. Einer der Christlichen Führer, der die Sarazenen um 972 vom Grossen St. Bernhard (damals noch Mont Jovis genannt) vertrieb, war Bernard de Menthon, der das Hospiz auf dem Pass gründete und nach dem der Berg – und viel später auch die Rettungshunde, die dort ausgebildet wurden – heute benannt wird.
Zur ungefähr gleichen Zeit bedrohten auch die Ungarn das Territorium. Die Ungarn kamen ursprünglich aus Asien, erreichten schliesslich die Donau und wanderten weiter westwärts. 917 zerstörten sie Basel, später brannten sie die Klöster St. Gallen und Rheinau nieder. Erst dem deutschen König Otto I. gelang es im Jahr 955, die Ungarn zu vertreiben.

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