Tête aux Chamois - Klettersteig

Les Diablerets

Sportklettersteig "à la française", der durch die Nordabstürze der Tête aux Chamois verläuft: zahlreiche extrem ausgesetzte Querungen, dazwischen kürzere senkrechte Passagen. Sie folgt im wesentlichen einem System natürlicher Bänder, die teilweise komfortabel breit, oft aber auch nur fußschmal sind; eine absolute Gänsehautpassage bildet die Traverse des Rocher Jaune. Ungewöhnlich: zum Einstieg steigt man ab, vom Ausstieg wieder auf zur Seilbahn. Länge der Ferrata etwa 800 Meter.

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Schwierigkeit
K 5. Technisch nur mäßig anspruchsvolle Ferrata, aber maximal exponiert und mit einigen Kraft raubenden Passagen (Überhänge). Begehung verlangt vor allem Unerschrockenheit und ein kräftiges Zupacken. Nach einem Drittel Ausstieg auf den Geröllhang unterhalb der Tête aux Chamois möglich.

Talort/Ausgangspunkt
Col du Pillon (1546 m), Straßenübergang von Gstaad nach Les Diablerets; Postautolinie.

Zustieg
Von der Seilbahnstation kurz abwärts zur Cabane des Diablerets (2485 m), hier rechts haltend auf dem Hüttenweg über eine harmlose Felsstufe hinunter zum Einstieg (ca. 2400 m).

Via ferrata de la Tête aux Chamois
Ein Grasband, das nach und nach zum gerade noch fußbreiten Felsabsatz wird, leitet hinaus in die Vertikale, sorgt gleich für leicht erhöhten Puls. In der Folge wechseln quer und hoch ab; senkrechte, mit Eisenbügeln versehene Passagen führen auf das nächste Band. Nach etwa einem Drittel der gesamten Route nähert sich die Ferrata dem Wandfuß; wer genug hat von dem nervenaufreibenden Ausflug in die Vertikale, kann nach unten aussteigen ("échappatoire").

Die Fortsetzung der Ferrata ist noch etwas anspruchsvoller, mit kurzen Überhängen und abdrängenden Querungen. Absoluten Nervenkitzel garantiert der Rocher Jaune, ein gelber Wandausbruch unter mächtigen Dächern - ein Tanz über bodenloser Tiefe, allerdings bestens abgesichert (Tritt- und Griffeisen, Seilsicherung). Weiter auf Bändern; über eine Unterbrechungsstelle hilft ein Holzbalken. Luftig querend zu einem Überhang, dann an kompaktem Fels leichter auf eine markante Terrasse. Links zum letzten Steilaufschwung und über ihn zum Ausstieg (ca. 2410 m).

Rückweg
Eine Wegspur leitet durch das Kar Entre la Reille hinauf zur Seilbahnstation an der Tête aux Chamois.


Quelle:
Eugen E. Hüsler/Daniel Anker: Wandern vertikal. Die Klettersteige der Schweiz, AT Verlag, Baden 2004

Informationen

Gebiet: Waadtländer Alpen, Les Diablerets
Gipfel: Tête aux Chamois (2525 m)
Gehzeiten: Gesamt 3 Std. (Klettersteig 2 ΠStd.)
Höhendifferenz: Ab- und wieder aufsteigend 240 m (Klettersteig 100 m)




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