Das Sechseläuten in Zürich (ZH)

Zürich

Dritter Montag im April

Das Zürcher Frühjahrsfest hat seinen seltsamen Namen davon bekommen, dass seit dem 14. Jahrhundert im Sommerhalbjahr um sechs Uhr eine Glocke vom Grossmünster den Feierabend verkündete; das erstmalige Läuten dieser Glocke bot den Anlass zu einem kleinen Frühlingsfest.

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Dieses und weitere Elemente sind im Laufe des 20. Jahrhunderts zum heutigen Brauch zusammengefügt worden. Den Auftakt bildet ein Umzug der Kinder am Sonntagnachmittag, der diesen die Gelegenheit gibt, in historischen (vom Organisationskomitee zur Verfügung gestellten) oder Fantasiekostümen durch die Stadt zu paradieren. Der mitgeführte Böögg, ein riesiger Schneemann aus Watte, weist bereits auf das spektakulärste Ereignis des folgenden Tages hin.

Am Montagnachmittag ziehen die Mitglieder der 25 Zünfte (ausschliesslich Männer) in historischen Kostümen und mit Musikbegleitung durch die beflaggte Stadt. Seit dem Jahr 2000 geht dem Zug inoffiziell die (Frauen-) Gesellschaft zu Fraumünster voraus. Die Zünfte waren bis zum Ende des 18. Jahrhunderts Vereinigungen von Handwerkern und beteiligten sich an der Stadtregierung. Seither üben sie nur noch gesellschaftliche Funktionen aus, zu denen die Pflege des Sechseläutenbrauches gehört.

Um sechs Uhr abends strömt alles zum Sechseläutenplatz beim Bellevue am See, wo der mit Dutzenden von Sprengkörpern gespickte Böögg - Symbol des Winters, dessen man überdrüssig ist,  verbrannt wird. Die Reitergruppen einiger Zünfte umkreisen ihn unter den Klängen des sogenannten Sechseläutenmarsches, eines alten Jägermarsches, bis er krachend seinen Geist aufgibt. Je schneller dies geschieht, desto rascher soll der ersehnte Frühling Einzug halten. Am Abend besuchen sich die Zünfte gegenseitig in ihren Häusern, wobei scherzhafte Reden gewechselt werden. Viele der alten Zunfthäuser stehen an der Limmat, weshalb diese Besuche früher oft zu Schiff erfolgten.

Mehr Informationen unter www.sechselaeuten.ch


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