Die Silvesterkläuse in Urnäsch (AR)

Urnäsch

Skihaus Osteregg, 9107 Urnäsch

Skihaus Osteregg, 9107 Urnäsch

Urnäsch - Schweiz, Appenzell Ausserrhoden: Alpstein, Appenzellerland

Urnäsch - Schweiz, Appenzell Ausserrhoden: Alpstein, Appenzellerland

31. Dezember und 13. Januar
Jahreswechselbrauch

Das Brauchtum der Urnäscher Silvesterkläuse, das seit über 200 Jahren belegt ist, hat sich im Verlaufe der letzten Jahrzehnte vom Betteln in einfachster Maskierung zu einer kunstvollen Angelegenheit entwickelt. Heute tragen die Kläuse Gewänder und Masken, deren Herstellung einen riesigen Aufwand erfordert.

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Drei Gruppen von Figuren sind zu unterscheiden: die Schönen, von denen noch zu reden sein wird, die Wüeschte (Hässlichen), die Naturmaterialien wie Tannenreisig, Moos usw. und schreckenerregende Masken tragen, und die Schö-Wüeschte, die mit denselben Materialien wie die Wüeschte arbeiten, aber nicht so hässlich sein wollen. Die meisten treten in Schuppeln (kleinen Gruppen) auf, in denen sie von Haus zu Haus ziehen, ihre Jodel und ihre Glocken ertönen lassen und der Familie ein gutes Jahr wünschen. Sie erhalten dafür eine Geldgabe, die zur Bestreitung der Auslagen für Bekleidung und Verpflegung verwendet wird. Die Kopfbedeckungen der schönen Kläuse sind reich verziert und erfordern einen Aufwand von oft über hundert Stunden: die Wiiber (Weiber) tragen reich geschmückte Hauben mit Figuren, die Mannevölcher (Männer) geschnitzte und bemalte Aufbauten auf flachem Boden, die Szenen aus dem Volksleben darstellen. In allen Kostümen stecken Männer, denn das Tragen der Glocken ist eine anstrengende Angelegenheit. Die Wiiber haben einen Gurt mit meist 13 kleineren Schellen, die Männer je eine grosse Glocke auf der Brust und auf dem Rücken.

Der Brauch findet in ähnlicher Form an zwei Tagen statt, nämlich an Silvester und am 13. Januar. Als Papst Gregor XIII. seine Kalenderreform einführte, wollten verschiedene reformierte Kantone nichts von dieser päpstlichen Neuerung wissen und hielten bis ins 18. Jahrhundert am alten Kalender fest, der schliesslich eine Differenz von 13 Tagen gegenüber dem neuen aufwies. In einzelnen Volkskalendern waren beide Zeitrechnungen nebeneinander abgedruckt, und die Kläuse traten an beiden Silvestertagen auf.

Im Appenzeller Brauchtumsmuseum wird ein Einblick in das frühere Leben des Appenzellers und dessen Bräuche erlebt. Silvesterkläuse, Blochumzug, Sennenbrauchtum, Lediwagen, Alphütte, altes Handwerk, Weissküferwerkstatt, Sattlerei, Musikzimmer, früheres Wohnen, Trachten, Stickereien, Bauernmalerei von den Anfängen bis zur Neuzeit und Wechselausstellungen sind weitere Attraktionen.



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