Fahnenschwingen – Im Banne der Banner.

Das Fahnenschwingen ist ein prächtiges Schauspiel, das untermalt von folkloristischen Klängen zu den feierlichsten und andächtigsten Momenten eines Volksfestes gehört.

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Bei volkstümlichen Kalenderbräuchen wie der Älplerchilbi, an Jodler- und Schwingfesten oder an der Bundesfeier am 1. August führen Fahnenschwinger ihre Kunst zur Begleitung von Alphorn- oder Büchelklängen vor.

Vom Brauchtum zum Wettbewerb

Das Fahnenschwingen ist ein Brauch, der seit dem Mittelalter als Privileg städtischer Zünfte bekannt ist, der aber auch durch heimkehrende Söldner aus südlichen Ländern Europas in die Schweiz gebracht worden war. Seit 1914 wird das Fahnenschwingen durch den Eidgenössischen Jodlerverband gefördert und Reglemente eingeführt. 1935 stellten sich 55 Fahnenschwinger einer Jury, 1964 waren es schon 675 Fahnenschwinger. Am Eidgenössischen Jodlerfest 2005 in Aarau wurden je dreiminütige Wettprogramme bewertet. Beim Fahnenschwingen werden keine Schweizermeister, sondern die jeweiligen Sieger von vier Punkteklassen erkoren. Die Jury wird aus bestbewährten Fahnenschwingern der Schweiz bestellt und durch seinen Obmann nach genau festgelegten Richtlinien eingearbeitet. Ehrentitel wie Schweizer Meister, Fahnenschwinger-König oder gar Olympia-Fahnenschwinger werden abgelehnt.

Reglementierte Schwünge

Beim Fahnenschwingen gilt es, eine seidene Fahne von vorgeschriebenem Format (120 x 120cm) in unterschiedlichen Schwüngen hin und her zu bewegen, in die Luft zu werfen und wieder aufzufangen. Was für Festbesucher an folkloristischen Veranstaltungen oft so leicht und «zufällig» aussieht, ist in Tat und Wahrheit eine endlos eingeübte Auswahl von über 90 reglementierten Schwüngen. Neben den beiden Griffen unterscheidet man in Leib- und Körperschwünge, Tellerschwünge, Mittelhochschwünge, Bein- und Körperkombinationen und Zuwürfe für Duette. Die Namen der einiger Figuren stammen meist aus einer Gegend, in der das Fahnenschwingen eine grosse Tradition hat. Als eigentliche Hochburg gilt dabei die Innerschweiz. «Pilatusstich» nennt man beispielsweise einen attraktiven Hochschwung.

Alphornbegleitung

Das Fahnenschwingen fordert grosse Konzentration. Um dabei die Zuschauer auf die bedächtige Atmosphäre einzustimmen, wird es von Alphornweisen begleitet. Fahnenschwingen und Alphornblasen sind dabei nicht koordiniert.
Quelle

www.swissinfo.ch www.jodlerverband.ch

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