Erstbesteigung Tödi, erster Berg des Alpenclubs

Englische Herren haben 1857 den Alpine Club gegründet und bestiegen Gipfel um Gipfel der Alpen. Das "Goldene Zeitalter des Alpinismus" ist angebrochen. Jetzt muss dem Ansturm der Briten etwas entgegengesetzt werden.

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Rudolf Theodor Simler, Dozent der Chemie und Mineralogie an der Universität Bern lädt "35 schweizerische Berg- und Gletscherfahrer" am 19. April 1863 ins Bahnhofbuffet Olten, sie "konstituiren sich zu einem Schweizer Alpenclub." Er wird Zentralpräsident, der das Tödi- und Claridengebiet als erstes Forschungsfeld bestimmt. Die Sektion Tödi stellt an der Aufstiegsroute über den Bifertengletscher eine einfache Unterkunft mit Heulager bereit: Die Grünhornhütte als erste SAC-Hütte.

Simler ist kein Mann von grosser Bescheidenheit. In einem "Schriftchen" versucht er zu beweisen, dass er als erster den 3614 Meter hohen Gipfel des Piz Russein betreten hat, noch vor seinem Führer Gabriel Zweifel, der sich vor dem letzten schmalen Grat fürchtet – dem heutigen Simlergrat. Simler löst damit eine Kontroverse über die Erstbesteigung des Tödi aus, die während 50 Jahren andauert.

Dank der Schutzhütte und den guten lokalen Führern wird der Tödi im ausgehenden 19. Jahrhundert zu einem eigentlichen Modeberg. Und bis heute ist er ein begehrtes und anspruchsvolles Gipfelziel geblieben – im Sommer mit Pickel und Steigeisen, im Winter mit Ski.



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