Mindestens einmal im Jahr musste dessen Bett von Schlamm und Unrat
gereinigt werden, was die Bürger in gemeinsamer Arbeit besorgten. Nach
dieser Anstrengung, die meist um den Verenentag (1. September)
geleistet wurde, hatten sie Anrecht auf Speis und Trank.
Heute
übernehmen städtische Arbeiter diese Aufgabe. Seit mindestens 150
Jahren besteht der Brauch, dass die Kinder das erste Wasser, das durch
das gesäuberte Bett fliesst, mit belaubten Zweigen und Lichtern an der
Stadtgrenze abholen und durch die ganze Stadt bis zum Einfluss in die
Aare begleiten.
Waren die Lichter früher ausgehöhlte und von innen
beleuchtete Kürbisse, so sind es heute kunstvolle Lampions, die in den
Schulen gebastelt und auch prämiert werden. Dazu singen oder rufen die
Kinder Verse, die sich ebenfalls auf den (heute grossenteils
unterirdisch verlaufenden) Bach beziehen.
Nach dem Umzug findet ein
kleines Feuerwerk statt, das traditionsgemäss mit dem Mords-Chlapf
(starker Knall) beendet wird. Nachher sitzen die Kinder und die
Erwachsenen, die den Umzug am Strassenrand verfolgt haben, gemütlich
beisammen.




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