Die Mutter aller Feste. Die Fête des Vignerons als Generationen-Anlass der Weinregion Vevey.

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Einleitung

Seit 1797 feiert die Region Vevey alle 20 bis 25 Jahre seine Winzer mit einem riesigen Fest. Die Fête des Vignerons ist ein Anlass der Superlative. Wer ihn verpasst, erlebt ihn vielleicht nie mehr. Im Sommer 2019 werden sich zwischen dem 18. Juli und dem 11. August pro Aufführung 20’000 Zuschauer in einer gewaltigen Arena einfinden, eigens für diese Feierlichkeiten auf der Grande Place de Vevey erbaut. Am Winzerfest vereint sich für fast einen Monat die ganze Gegend mit der Welt.

Vevey.

Das Städtchen Vevey ist umgeben von den Weinbauterrassen des Lavaux. Diese sind UNESCO-Weltkulturerbe. Die Reben liegen direkt am Genfersee, dahinter erheben sich die Alpen.

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Vevey
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Der Winzer und seine Fête. Blaise Duboux ist Mitorganisator eines der grössten Feste überhaupt.

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Vevey ist eingebettet in eine Landschaft, die idyllischer kaum sein könnte. Von hier aus erstreckt sich das Lavaux, ein Weinbaugebiet mit steilen Terrassen, über 805 Hektaren. Es gehört seit dem Jahr 2007 zum UNESCO-Welterbe. In dieser Gegend leben alle Wein. 

Das Lavaux. Das sei der Ort, an dem er lebe, sagt Bio-Winzer Blaise Duboux. Hier seien seine Wurzeln – wie die Wurzeln der Rebstöcke. Aus der Erde im Lavaux wachse sein Lebensunterhalt. Wein beschreibt er als «Zeit in einer Flasche». Darin stecke Arbeit von einem ganzen Jahr, seinem Jahr.

Es ist so etwas wie ein Gedächtnis. Ein Jahr, ein Jahrgang. Im Wein findet man all das wieder.
Blaise Duboux, Bio-Winzer

20 Jahre Vorbereitung für die Fête des Vignerons. Das Winzerfest sprengt alle Grenzen.

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Zwischen dem 18. Juli und dem 11. August 2019 finden sich in Vevey pro Aufführung 20 000 Zuschauer in einer enormen Arena ein. «An diesem Fest ehren wir unsere Wurzeln, ehren wir den Wein». Die Fête des Vignerons schlägt Brücken zwischen Tradition und Moderne. Die Confrérie des Vignerons organisiert das Spektakel seit 1797. Blaise Duboux gehört zur Bruderschaft. Er trug bereits beim letzten Fest 1999 dazu bei, dass der Welt eine gigantische Show geboten wurde.

An diesem Fest ehren wir unsere Wurzeln, ehren wir den Wein.
Blaise Duboux

Die Fête hält einem den Spiegel der Zeit vor Augen.

Es sei eine total andere Zeit gewesen damals, sagt er und macht ein eindrückliches Beispiel: Vom ganzen Organisationskomitee hatten ganze drei Personen eine E-Mail-Adresse. Heute hat jedes einzelne Mitglied mehrere E-Mail-Adressen und selbstverständlich wird permanent über das Smartphone kommuniziert. Das gab es damals noch gar nicht. Auch beim Ticket-Verkauf zeigt sich, wie sich die Welt in nur 20 Jahren verändert hat. Heute ist alles digitalisiert, die Menschen kaufen vor ihren Bildschirmen die Billette. 1999 musste man Schlange stehen für die Tickets.

  • 1797 Das Geburtsjahr der Fête des Vignerons. 2000 Menschen kommen zum grossen Fest.
  • 1889 Der Anlass ist extrem gewachsen. Es gibt eine Arena für die Zuschauer. Fassungsvermögen: 12‘000 Insgesamt gibt es 5 Vorstellungen. 1379 Statisten wirken mit.
  • 1999 Die Bühne ist zum See hin geöffnet. Die Arena bietet 16‘000 Plätze. 5050 Akteure sorgen für Spektakel. 670 davon sind Reiter.
  • 2019 Noch einmal wächst das Fest. Die Arena fasst 20 000 Zuschauer. Sie gleicht einem Nest. Die Show ist hoch technologisch.

Ein Spiegel der Gesellschaft.

Auch die Gesellschaft war eine andere. 1999 herrschte Aufbruchsstimmung. Die Menschen und die Gesellschaft waren allgemein offen. Diese zeigte sich in einer riesigen, gegen den See geöffneten Bühne. Die Zuschauerränge waren flach. 2019 ist dies völlig anders. Die Arena gleicht einem Nest. In der heutigen Zeit suchen die Leute Geborgenheit.

18 Generationen und eine unklare Zukunft.

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Wie es mit dem Weingut von Blaise Duboux weitergeht steht in den Sternen.

Auch in der Domaine von Blaise Duboux in Epesses hat sich über die Jahre einiges verändert. Der Winzer führte in den Reben viele Gespräche mit seinem Vater. Und er veränderte den Wein. War bei seinem Vater nach dem Krieg vor allem die Quantität wichtig, setzt er auf Qualität. Blaise Duboux produziert heute rein biologischen Wein. 50 Prozent weniger Wein ist die Folge, der Geschmack sei jedoch unvergleichlich viel besser.

Der Wein wird Freude bereiten, weil er der Natur näher ist und letztlich den Menschen achtet.
Blaise Duboux
30 000 Flaschen produziert Blaise Duboux pro Jahr. 20 Prozent sind Rotweine, 80 Prozent Weissweine

Im Gleichgewicht

Seit 500 Jahren ist das Weingut in Familienbesitz. Blaise Duboux gehört zur 17. Generation, seine drei Töchter zur 18. Ihn habe die Arbeit nach den Grundsätzen der Biodynamik noch näher zur Natur gebracht. Die Natur gebe den Takt an, die Reben seinen Rhythmus. Die Arbeit des Winzers werde sich auch in Zukunft verändern. Irgendwann liege es an seinen Töchtern, anzupacken und allenfalls mit einem völlig anderen Konzept die Familientradition weiterzuführen. Ob sie dafür bereit sind, das wissen momentan weder sie selber noch Blaise Duboux.

Blaise mit Tochter Flore Duboux: Die 17. Generation mit der allenfalls 18. Generation
Es ist, als wäre unser Blut und das Blut der Rebstöcke dasselbe. Der Wein fliesst in unseren Adern. Er ist unsere DNA.
Blaise Duboux

Urbane Erlebnisse in und um Montreux.