Erfahren Sie auf der «Textilland Explorer Tour» alles Wissenswerte über das Textilland Ostschweiz. Die Route führt rund um die Stadt St. Gallen herum und verbindet den Bodensee mit dem Appenzellerland. Wie nebenbei werden Sie mit einmaligen Naturschönheiten und unglaublich urchigen, traditionellen Schweizer Ortsbildern verwöhnt.
Detaillierte Informationen zur Route finden Sie hier: PDF Textilland Explorer Tour
Nachfolgend stellen wir Ihnen 9 Ausflugstipps entlang der Route vor.
Tipp 1: Textilmuseum St. Gallen
Rüschen, Spitzen, Formen, Farben. Das Textilmuseum in St. Gallen lässt Designerherzen höherschlagen. Ein perfekter Einstieg, um zu verstehen, wie stark die Ostschweiz von der facettenreichen Textilproduktion seit dem 16. Jahrhundert geprägt wurde. Vom «weissen Gold» Leinen über handgearbeitete Spitzen und Schweizer Maschinenstickerei seit 1860 bis zu modernen Hightech-Textilien für die Flugzeugindustrie.
Tipp 2: Textilhochburg Herisau
Wer vor 200 Jahren in den Kantonshauptort Herisau kam, wurde von Tausenden von Stoffbahnen begrüsst, die auf den Wiesen zum Bleichen ausgebreitet waren. Dutzende Textilfabriken gab es um 1900 hier im Glattal. Das «Schwarze Haus» gilt als Industriedenkmal dieser Zeit. Noch heute werden in Herisau Stoffe gefärbt, imprägniert, merzerisiert oder sonst wie chemisch, physikalisch oder nanotechnisch behandelt.
Tipp 3: Saurer Museum im Bodenseestädtchen Arbon
Es liegt idyllisch am Bodensee und geizt nicht mit seinen Reizen: seiner schönen Altstadt und dem mittelalterlichen Schloss. Doch geprägt hat Arbon die Industrialisierung, vor allem die Adolph Saurer AG, einer der grössten Textilmaschinenhersteller der Welt. Im preisgekrönten Saurer-Museum gibt es Textilmaschinen, aber auch viele historische Fahrzeuge aus der Produktion der Firma zu sehen.
Tipp 4: Kornhaus Rorschach
Dies ist kein normales Museum, hier darf nach Herzenslust angefasst, mitgemacht, selbst entdeckt und experimentiert werden. Die «Erlebniswelt» im Kornhaus Rorschach macht jeden verregneten Tag zu einem spannenden Ausflug in die Wunder der Wissenschaft. Mathemagie, Optik-Illusionen, die Welt unserer Sinne, unseres Lebensraums, unserer Wirtschaft, unseres Wissens. Sehenswert? Nein – erlebenswert!
Tipp 5: Biedermeierdorf Heiden
Nach dem Dorfbrand von 1838 wurde Heiden im klassizistischen Stil als Biedermeierdorf neu aufgebaut. In dieser Zeit kam das Seidenbeuteltuch-Handwerk auf und bald stand in jedem Appenzeller Keller ein Webstuhl. Noch heute werden in Heiden Präzisionsgewebe hergestellt. Die von der Textilindustrie geprägte Geschichte des Dorfes erzählt das Museum am Dorfplatz.
Tipp 6: Trogen
Sieben Paläste und eine Kirche säumen den Landsgemeindeplatz von Trogen, und alle wurden von einem Mitglied der Familie Zellweger erbaut. Dieses eindrückliche Ortsbild verdanken wir ebenfalls der Textilindustrie, denn der Handel mit Leinwand und später mit Rohbaumwolle und Baumwollprodukten machte die Zellweger reich. Hören, sehen und lesen Sie alles darüber unter www.jahrhundertderzellweger.ch
Tipp 7: Museum Appenzell
Die Appenzeller sind stolz auf ihre Kultur und ihre Traditionen. Lang spielte auch die Handstickerei eine wichtige Rolle in der Region. Der grösste Raum im örtlichen Museum ist deswegen seiner internationalen Stickereisammlung gewidmet. Dazu gesellen sich nebenan die Innerrhoder Trachten. Von Juni bis Mitte Oktober zeigt immer freitags eine Stickerin in der Tracht ihr Handwerk.
Tipp 8: Brauchtumsmuseum Urnäsch
Unter drei Dächern am Dorfplatz präsentiert das Museum die ländliche Kultur, das Handwerk, das Kunsthandwerk und das lebendige Brauchtum der Region. Üben Sie sich im Schellenschötten, im Talerschwingen, im Hackbrettspielen oder im Zauren! Noch mehr über die Textil-Heimindustrie des Appenzellerlands bietet übrigens das nahegelegene Volkskundemuseum in Stein AR.
Tipp 9: Textil- Industrielehrpfad in Hauptwil
Die Karpfenteiche des Chorherrenstifts St. Pelagius in Bischofszell legten den Grundstein für die Industrialisierung der Region Hauptwil. Zusammen mit dem Wildbach stellten sie die Wasserkraft sicher, die für das Leinwandgewerbe und weitere Textilunternehmen nötig war. Der Industrielehrpfad, der am Bahnhof Hauptwil beginnt, führt an den Weihern und der Färberei vorbei und erklärt die Zusammenhänge.
Tipp 10: Ortsmuseum Lindengut Flawil
Flawil hatte sich ab Mitte des 19. Jahrhunderts zu einem bedeutenden Textilindustrie-Standort entwickelt. Nebst der Weberei Habis Textil AG siedelten sich im Dorf mehrere renommierte Stickereihäuser an wie die Naef+Co. AG oder H.W.Giger AG. Um die Wende zum 20. Jahrhundert standen in Flawil gegen 330 Handstickmaschinen, eine davon ist heute noch im Ortsmuseum in Betrieb. Flawil war zudem bis zum Bau der Eisenbahnlinie Winterthur-St.Gallen um 1855 Sitz mehrerer Fuhrhalterdynastien, die seit Ende des 16. Jahrhunderts in fast monopolähnlicher Stellung für St.Galler, Appenzeller und Toggenburger Textil-Herren die Güter zum Teil fahrplanmässig in die damals weite Welt transportierten (z.B. Frankfurt, Marseille, Lyon, Morges usf.). Aber nicht nur textile Güter wurden transportiert. Flawiler Fuhrleute waren es auch, die im Auftrag der Zürcher im Jahre 1712 u.a. das Beutestück 'Erd- und Himmelsglobus' aus der Stiftsbibliothekt nach Zürich brachten.