Walserweg Gottardo
Übersicht
Einleitung
Vom Oberalppass schlängeln sich meist schmale Bergwege hinab zum Weiler Tschamut und weiter über den Golfplatz bis zur Walsersiedlung Selva. Nach Cavorgia steigt die Route nochmals im Wald bergwärts und weiter zum Sattel oberhalb von Mutschnengia. Ebenso steil durch wilden Bergwald und über Güterwege endet die Etappe im Walserdorf Curaglia.
Beschreibung
Via Oberalppass erfolgte die Walser-Einwanderung aus dem Wallis und dem Urserental in die Surselva, wo auch der beschriebene Weg hinabführt. Vom Alpenübergang mit seinem auffälligen Leuchtturm – er symbolisiert den Ursprung des Rheins und ist ein beliebte Touristenattraktion – folgt man zunächst einem Wanderweg, der parallel zu Strasse und Bahn verläuft. Dieser Abschnitt wird teilweise auch als Bikeroute genutzt. Immer dem Talverlauf folgend schlängelt sich der Weg über Alpweiden und dem Vorderrhein entlang Richtung dem Weiler Tschamut. Dieser oberste Teil des Tales wurde durch Walser erschlossen und besiedelt, die vom Urserental einwanderten. Der Name Z’mut bedeutet «auf dem Hügel» und zeugt von der Herkunft der Siedler. Über den Golfplatz Sedrun passiert man die Siedlung Selva. Sie hat walserische Wurzeln und hiess lange Zeit Selvanigen oder «Im Holz». Zwei Katastrophen prägten das Dorfleben: Im Winter 1808 gab es bei einem Lawinenniedergang viele Tote. Im Juli 1949 wurde der Ort durch einen Brand fast vollständig zerstört, dank einer schweizweiten Spendenaktion aber wieder aufgebaut.
Schmale Feldwege folgen weiter dem jungen Rhein. Gegenüber von Rueras, was Walserdeutsch «Rüfe» bedeutet, lädt am Flussufer ein aussergewöhnlicher Spielplatz zu einer Rast ein. Das Thema ist – wie bei weiteren Installationen entlang des Weges – der Bau des Gotthard-Basistunnels. Durch den steilen Wald gegenüber Sedrun zieht sich der Weg nach Surrein. Von einem Aussichtspunkt aus zeigt sich deutlich, wie die Bauarbeiten und Ablagerungen des Tunnel-Ausbruchmaterials die Landschaft verändert haben. Von Sedrun besteht über einen 900 Meter tiefen Lift ein Zugang zum Basistunnel. Das Projekt Porta Alpina, bei welchem diese Multifunktionsstelle auch als touristische Haltestelle genutzt werden sollte, wurde nicht realisiert.
Realisieren lässt sich aber je nach Wetter eine Abkühlung im Badesee Lag da Claus – oder auch nur eine Pause auf einer der Holzliegen. Danach ist nämlich nochmals Ausdauer gefragt: Es wartet ein Aufstieg über 300 Höhenmeter. Auf der Asphaltstrasse überquert man die Schlucht des Rein da Nalps und kommt nach Cavorgia. Wieder auf Wanderwegen die Schulter oberhalb Curaglia erreicht, öffnet sich eine weite Rundsicht über das Val Medel. Der Abstieg durch den steilen Wald endet bei Mutschnengia. Die malerische Siedlung wurde im 14./15. Jahrhundert von Walsern gegründet. Spektakulär ist die Hängebrücke, welche die angrenzende Schlucht überspannt. Nicht ganz so eindrücklich, dafür bequem über breite Wanderwege und Güterstrassen endet die Etappe in Curaglia.
Zu einer genussreichen Tour gehört die sorgfältige Planung derselben. Informieren Sie sich bitte vorher bei der lokalen Informationsstelle über die Strecken- und Wetterverhältnisse. Je nach Jahreszeit und Witterungsverhältnissen kann diese Route gesperrt oder unterbrochen sein
| Startort |
Oberalppass
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|---|---|
| Zielort |
Curaglia
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| Aufstieg |
700 m
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| Abstieg |
1400 m
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| Distanz |
21 km
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| Dauer |
6 h
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| Dauer umgekehrte Richtung |
6 h 50 min
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| Technische Anforderungen |
Mittelschwer
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| Konditionelle Anforderungen |
Schwierig
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Fakten
Routennummer
