Mittelländer Hügelroute
Übersicht
Einleitung
Von Thun ins Kiesental, ein weites Panorama in Gysenstein, die sanften Hügel weichen den Gräben und Eggen im Emmental, einer Bilderbuchlandschaft. Stolze, riesige Höfe sitzen behäbig im guten Land, verdrängten die armen Schlucker auf die Schattenseiten.
Beschreibung
Thun bietet mit seiner spätmittelalterlichen Altstadt, dem eindrücklichen Schloss, der Uferpromenade und der Aussicht auf die Berner Alpen eine besondere Kulisse. Aus der Stadt heraus geht es durch Wohngebiete ins benachbarte Heimberg. Das Dorf ist die unterste Gemeinde im Aaretal, die zum Berner Oberland gehört. Leicht ansteigend beginnt die Fahrt durchs liebliche Kiesental nach Oberdiessbach und Konolfingen. Stattliche Bauernhäuser und blühender Mohn prägen die sanfte Hügellandschaft, Erdbeeren zum selber pflücken versüssen sie. Wie aus dem Nichts tauchen in Konolfingen riesengrosse Steine neben modernen Wohnhäusern auf. Es handelt sich um etwa 20 Millionen Jahre alte, vulkanische Basaltsteine aus dem Nachlass des Eriswiler Künstlers Franz Eggenschwiler. Sie stammen aus dem deutschen Eifelgebirge und scheinen unverrückbar im Boden des Basaltgartens verankert zu sein.
Ob der Schriftsteller Friedrich Dürrenmatt hier ebenso verankert war? Immerhin wurde 2008 zu seinen Ehren der "Emmental Literaturweg" eröffnet. Hier erfährt man etwa, dass Dürrenmatt am 5. Januar 1921 in Stalden geboren wurde und im Pfarrhaus Konolfingen aufwuchs. Eine herrliche Aussicht auf Aaretal und Alpenkette lässt sich beim Schloss Wyl geniessen. Den von weit her sichtbaren Hauptturm erhielt die Burg in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. In Biglen scheint die sanfte Hügelwelt den trotzigen Gräben, Eggen und Kanten des Emmentals zu weichen. Gotthelf-Land!
Ab 1860 begann man im Moos bei Walkringen mit der systematischen Kanalisation und Entwässerung des Mooses. So gewann man Torf, der nach Burgdorf und Bern verkauft wurde. Sinnliche Wahrnehmungen warten im Sensorium Rüttihubelbad. Ein Besuch lohnt sich insbesondere mit Kindern. Bei der Fahrt durchs Bigletal wechselt man zwischen Sonnen- und Schattenseite. Wie im Leben auch. Herrlich fährt es sich von Rüegsauschachen der Emme entlang nach Burgdorf. Dort trotzt das Burgschloss aus dem 11. Jahrhundert allen Widerständen und beherbergt nun sogar eine Jugendherberge.
An Emme und Gysnauflüen entlangpedalend gelangt man zur Wynigenbrücke, vorbei an der Bartholomäus-Kapelle sowie dem "Siechenhaus", einem ehemaligen Leprahaus. Es diente bis ins 17. Jahrhundert als Pflegestätte für Aussätzige. Nach einem Abschnitt auf Hauptstrassen erfreut man sich danach umso mehr am müssigen Unterwegssein in der Natur. Gemütlich und eher unspektakulär fährt es sich der Önz entlang nach Herzogenbuchsee. Ausser vielleicht im Frühling: Dann blühen Birken, Äpfel- und Birnenbäume, Rapsfelder gedeihen in gelber Pracht, Pollen brennen in den Augen. Sie begleiten einen durch die sanft gewellte Landschaft via Schorenquartier nach Langenthal.
Zu einer genussreichen Tour gehört die sorgfältige Planung derselben. Informieren Sie sich bitte vorher bei der lokalen Informationsstelle über die Strecken- und Wetterverhältnisse. Je nach Jahreszeit und Witterungsverhältnissen kann diese Route gesperrt oder unterbrochen sein
| Startort |
Thun
|
|---|---|
| Zielort |
Langenthal
|
| Aufstieg |
680 m
|
| Abstieg |
780 m
|
| Distanz |
70 km
|
| Distanz auf Asphalt |
62 km
|
| Distanz auf Naturbelag |
8 km
|
| Konditionelle Anforderungen |
Schwierig
|
| Mehr Informationen | https://schweizmobil.ch/de/veloland/route-84/etapp... |
Fakten
Routennummer
