ZONE 30 ART PUBLIC heisst Céline Burnand willkommen
Überblick
Einleitung
Speculum Mundi
Diese ebenso faszinierende wie beunruhigende Fotoinstallation ist sowohl von George Orwells Roman „1984“ als auch von den Traditionen des Mittelmeerraums und des Nahen Ostens rund um den „bösen Blick“ inspiriert, die insbesondere von der französischen Journalistin und Schriftstellerin Louisa Yousfi in „La Grande Méthode“ untersucht wurden. In westlichen Gesellschaften wird das Sehen traditionell mit Wissen und Wahrheit assoziiert. Die Augenzeugenaussage bildet somit die Grundlage unserer Wissens- und Rechtssysteme, während ihre Erfassung die Überwachungs- und Datenerfassungssysteme speist. In den sozialen Netzwerken setzt sich diese Ambivalenz fort: Jede*r beobachtet und lässt sich beobachten und trägt so zu einer allgegenwärtigen gegenseitigen Überwachung bei. Dieser Auffassung vom Blick als Instrument der Beobachtung und Kontrolle steht eine andere Tradition gegenüber, in der Sehen auch Handeln bedeutet. Nach den Vorstellungen vom „bösen Blick“ können Neid oder Eifersucht denjenigen oder diejenige beeinträchtigen, auf den oder die sie gerichtet sind. Der mit Absichten geladene Blick wird zu einer Kraft, die das Schicksal anderer beeinflussen kann, und der ägyptische Ausdruck „Khamsa fi ʿēnak“ („fünf in deinem Auge“) bezeichnet daher eine schützende Geste: die offene Handfläche dem Blick eines anderen entgegenzuhalten, um dessen Macht abzuwenden oder zu neutralisieren. Mit „Speculum Mundi“ – dem Spiegel der Welt – versetzt Céline Burnand die Zuschauer*innen in eine unangenehme Situation zwischen Realismus und Fremdartigkeit, konfrontiert mit Augen, die sie anzustarren scheinen. Diese Augäpfel, die an die ständige Präsenz von Big Brother erinnern, spiegeln in ihren Pupillen zugleich eine schützende Hand wider, die den bösen Blick abwehrt. Wer beobachtet wen? Wovor muss man sich schützen? Indem sie die Rollen des Betrachtenden und des Betrachteten verwischt, bringt die Künstlerin zwei unterschiedliche Auffassungen des Sehens in Spannung zueinander und zeigt so, wie sehr das Ideal der Objektivität von Machtverhältnissen und Begierde durchdrungen ist. Biografie: Céline Burnand lebt abwechselnd in Lausanne und Kairo und schloss 2009 ihr Studium an der Haute École d’art et de design (HEAD) in Genf ab. Anschliessend setzte sie ihr Studium der Kunstgeschichte, Literatur und Filmgeschichte an den Universitäten von Lausanne und Madrid fort und studierte anschliessend visuelle Anthropologie in Berlin. Sie erhielt 2012 den Alice-Bailly-Preis und 2018 das Stipendium für bildende Kunst des Kantons Waadt und nahm zwischen 2013 und 2023 an Künstlerresidenzen teil, unter anderem in Col
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| Kontaktadresse |
Florence Zufferey
zone30sierre@hotmail.com |
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| Event Homepage | https://agenda.culturevalais.ch/fr/event/show/45421 |
Veranstaltungsdaten
- Freitag, 30. Oktober 2026
- Samstag, 31. Oktober 2026
- Sonntag, 1. November 2026
- Montag, 2. November 2026
- Dienstag, 3. November 2026
- Mittwoch, 4. November 2026
- Donnerstag, 5. November 2026
- Freitag, 6. November 2026
- Samstag, 7. November 2026
- Sonntag, 8. November 2026
- Montag, 9. November 2026
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- Donnerstag, 31. Dezember 2026
- Freitag, 1. Januar 2027
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