Eine Pässefahrt mit Genussgarantie. Auf Lieblingstour in den Waadtländer Alpen mit Rennvelo-Guide Alain Rumpf.
Einleitung
Malerische Rebberge mit imposanter Alpenkulisse, verkehrsarme Pässe, die in die Waden gehen, und kulinarische Versuchungen am Wegrand: Die Waadtländer Alpen geizen nicht mit Reizen für Rennvelofahrer. Kein Wunder zeigt Rennvelo-Guide Alain Rumpf seine Heimatregion seinen Gästen besonders gerne.
Aigle
Von Weinbergen und Alpen umgeben schützt das Schloss von Aigle seine Stadt, ihr authentisches Ambiente und die malerischen Gassen. Von der Dorfmitte aus sind die Wintersportorte in den Bergen und die Ufer des Genfersees bequem mit dem Zug zu erreichen: Aigle könnte ein idealer Ausgangspunkt für zahlreiche Exkursionen sein, aber vor Ort gibt es schon so viel zu sehen und zu unternehmen.
Schön ist er, der Aufstieg auf den Col de la Croix. Doch man muss ihn sich verdienen! Mit über 1300 Höhenmetern auf einer Strecke von 23 Kilometern gehört diese Passstrecke zu den längsten und anstrengendsten der Schweiz. Die letzten Kilometer führt die aussichtsreiche Strasse durch Wälder und entlang saftiger Alpwiesen, während im Rücken das Bergmassiv der Dents du Midi in die Höhe ragt.
Während der ersten Kilometer im Rhonetal kurz nach Aigle kann man sich noch etwas aufwärmen. Anschliessend schlängelt sich die Strasse in kaum enden wollenden Kurven durch Rebberge. Erst vorbei am Schloss Aigle, später geht es durch die traditionellen Dörfer Bex und Gryon.
Kein Pass wie der andere.
Gleich drei Pässe sind es, die zu den Waadtländer Klassikern gehören: der Col de la Croix (1778 m ü. M.), Col du Pillon (1546 m ü. M.) und Col des Mosses (1445 m ü. M.). Nebst dem endlos schönen Col de la Croix begeistert der Col du Pillon mit seiner Nähe zum Gletscher des Diablerets und seiner alpinen Umgebung. Und über den Col des Mosses führte 2016 sogar die Tour de France – ein klares Qualitätsmerkmal. Kein Wunder gehören die drei Pässe zum lustvollen Pflichtprogramm für die Gäste von Alain Rumpf, Rennvelofahrer und Tourenguide.
Velofahren ist ein Lebensgefühl
Der Waadtländer Alain Rumpf hat seine Leidenschaft, das Rennvelofahren, zum Beruf gemacht. Mit zwölf Jahren hat er den Sport für sich entdeckt, dank seiner Mutter. Diese gab ihm einen Zeitungsartikel zu organisierten Rennvelotouren des Velo-Clubs Vevey. Alain nahm an einem Anlass teil – und es war Liebe auf den ersten Blick.
Strassen, die verwöhnen.
Seit mehr als 20 Jahren ist Alain Rumpf nun im Velo-Business tätig. Erst als Elitefahrer auf regionalem und nationalem Level, inzwischen als «Chief Cycling Officer» für Grand Tours Project. In dieser Funktion kreiert er einzigartige Veloabenteuer für Rennvelofahrer, die er als Guide auch selber begleitet. Seit mehr als 15 Jahren wohnt er nun schon in den Waadtländer Alpen und kennt diese wie seine Hosentasche.
«Wenn ich eine Tour für Gäste zusammenstelle, lege ich viel Wert auf aussichtsreiche, verkehrsarme Strassen», erklärt Alain. «Eine gute Route zeigt zudem die Vielseitigkeit der Region auf – wie zum Beispiel den Aufstieg auf den Col de la Croix oder den plötzlichen Weitblick auf den magischen Genfersee.»
Geschichte am Wegrand
Einblicke in das Leben der Einheimischen erhalten – auch das wollen Gäste auf Alains Touren erleben. «Ein Dorf wie Rougemont bietet sich für einen Stopp an. Die heimeligen Holzhäuser im Dorfkern haben zwei separate Eingänge. Hier haben mehrere Generationen unter einem Dach gewohnt, jede mit eigenem Zugang», erklärt Alain.
Käserei L’Etivaz
Bei so vielen Höhenmetern brauchen Gäste manchmal auch eine kleine Pause. Diese plant Alain Rumpf bei der Käserei von L’Etivaz ein, in welcher die Bergmilch der umliegenden Alpen verarbeitet wird. Der Keller mit meterhoch gefüllten Käseregalen ist beeindruckend. Der L’Etivaz AOP ist ein Hartkäse aus Kuhmilch, der während der Herstellung über dem offenen Fichtenholzfeuer erhitzt wird. Daher rührt auch seine würzige Rauchnote.
Wer sein Rennvelo für den heutigen Tag in den Feierabend schickt, kann sich zur Käseplatte noch ein Glas Chasselas genehmigen. Schliesslich spürt man den Aufstieg durch seine Reben noch etwas in den Waden.