Die Gita a Selva (GR)
An einem schönen Sonntag im Mai begeben sich die Schülerinnen und Schüler der Reformierten Schule Poschiavo, begleitet von zahlreichen Erwachsenen, auf eine Wanderung zur kleinen Kirche auf dem Maiensäss Selva, die etwa eine Stunde Fussweg oberhalb des Dorfes liegt.
Der Ursprung dieser religiösen Schultradition reicht mindestens bis ins 19. Jahrhundert zurück. Damals begann man, im Frühling regelmässig zur Kirche zu gehen, die bereits im 17. Jahrhundert erbaut worden war. Nach dem Aufstieg, der mehr oder weniger schnell bewältigt wird, versammeln sich die Teilnehmenden zu einem evangelischen Gottesdienst. Anschliessend wird allen die traditionelle Polenta verteilt, die mit Wein oder Milchkaffee bekömmlicher gemacht wird. Der Nachmittag ist Theateraufführungen und sportlichen Wettkämpfen gewidmet, und nach Sonnenuntergang steigt die Gruppe wieder ins Tal ab. Der Tag endet mit dem gemeinsamen Einzug ins Dorf und einer kurzen Ansprache eines Erwachsenen.