Culinary Grand Tour of Switzerland Genuss und Traditionen
Einleitung
Nico Franzoni und Noah Bachofen erkunden erneut die kulinarische Schweiz per Road-Trip – mit allen Sinnen und viel Humor. Diesen Frühsommer führt Schweiz Tourismus die beiden auf der Strasse und auf der Schiene vom Kanton Schwyz ins Tessin, um Zutaten für ein verbindendes Menü zu sammeln. Dabei gibt eine Muotataler Spezialität besonders viel zu reden.
Fun Facts
- 120 Jahre Merlot Der typische Tessiner Wein wird im Kanton auf über 1000 Hektar angebaut.
- Aromatische Yuzu Die asiatische Zitrusfrucht gedeiht in der Tessiner Sonne und verfeinert manches Gericht.
- Muotathaler Rahmkirschtorte 2014 erhielt Papst Franziskus zur Vereidigung der Gardisten eine Sonderanfertigung.
Victorinox, Ibach
Das historische Herz der Schweizer Messerherstellung seit 1884. Hier entstehen ikonische Taschenmesser und präzise Küchenmesser – von Edelstahlklingen bis zu von Hand veredelten Holzgriffen. Zum Standort gehört zudem ein grosser Brand Store mit einem aussergewöhnlich breiten Produktsortiment.
Mehr erfahrenCastello del Sole, Ascona
Das Fine-Dining-Restaurant Locanda Barbarossa im Resort Castello del Sole ist mit einem Michelin Stern und 18 GaultMillau Punkten ausgezeichnet. Küchenchef Mattias Roock präsentiert raffinierte, saisonale Küche mit Tessiner und mediterranen Einflüssen in elegantem Ambiente mit Blick auf die Gartenlandschaft des Resorts.
Mehr erfahrenRestaurant Magdalena, Rickenbach
Ein Restaurant nahe Schwyz, ausgezeichnet mit zwei Michelin Sternen und 18 GaultMillau Punkten. Küchenchef Dominik Hartmann präsentiert moderne, gemüsefokussierte Küche in einem markanten, zeitgenössischen Gebäude mit Panoramablick und minimalistischem Design.
Mehr erfahrenConditorei Schelbert, Muotathal
Die 1906 gegründete Conditorei Schelbert gehört zu den traditionsreichen Familienbetrieben der Region Schwyz und ist eng mit der Muotathaler Rahmkirschtorte verbunden. Klassische Confiserie-Handwerkskunst und frische regionale Zutaten stehen bis heute im Zentrum des Betriebs in Muotathal.
Mehr erfahrenHüttenhotel Husky-Lodge, Muotathal
Holzhütten und die Atmosphäre einer nordischen Mountain Lodge prägen das Hüttenhotel Husky-Lodge in Muotathal. Direkt an der Muota gelegen, ist der Betrieb eng mit Outdoor-Aktivitäten und Husky-Erlebnissen im umliegenden Tal verbunden.
Mehr erfahrenHeinzer Metzgerei, Muotathal
Ein Familienbetrieb in dritter Generation, tief verwurzelt in den kulinarischen Traditionen der Zentralschweiz. Die Heinzer Metzgerei spezialisiert sich auf regionale Fleisch-, Wurst- und Trockenfleischspezialitäten, geprägt von lokaler Landwirtschaft, Saisonalität und traditioneller Handwerkskunst.
Mehr erfahrenInsel Schwanau
Eine kleine Insel im Lauerzersee mit mittelalterlichen Burgruinen, einer historischen Kapelle und einem Restaurant direkt am Wasser. Nur per Shuttleboot erreichbar, bietet die Insel Schwanau ruhige Seelandschaften im Herzen der Zentralschweiz.
Mehr erfahrenAlpe Crestumo Angone, Anzonico
Eine Sommeralp im Valle Leventina, auf der während der Alpsaison Tessiner Alpkäse AOP direkt vor Ort hergestellt wird. Frische Rohmilch von weidenden Kühen wird nach traditionellen Methoden zu aromatischem Alpkäse verarbeitet.
Mehr erfahrenRelais Castello di Morcote, Vico Morcote
Ein intimes Boutique-Hotel mit 12 individuell gestalteten Zimmern in einer restaurierten Patriziervilla aus dem 17. Jahrhundert. Oberhalb des Luganersees gelegen, ist das Anwesen von Weinbergen, mediterraner Vegetation und den Landschaften eines 150 Hektar grossen Bio-Weinguts umgeben.
Mehr erfahrenTenuta di Morcote, Vito Morcote
Ein 150 Hektar grosses, familiengeführtes Bio-Weingut auf einer sonnigen Landzunge, umgeben vom Wasser des Luganersees.
Zum Anwesen gehören 7 Hektar terrassierte Rebberge und Olivenhaine. Im Mittelpunkt steht das eindrucksvolle Castello di Morcote aus dem 15. Jahrhundert.
Cantina alla Maggia, Ascona
Ein Wein- und Landwirtschaftsbetrieb mit Wurzeln im historischen Gut Terreni alla Maggia aus dem Jahr 1930. Im Maggia-Delta bei Ascona entstehen zwischen Rebbergen und Feldern Merlot-Weine, Reis und regionale Spezialitäten, die bei geführten Degustationen entdeckt werden können.
Mehr erfahrenGasthaus Schwyzer-Stubli, Schwyz
Gasthaus Schwyzer-Stubli in Schwyz verbindet historische Atmosphäre mit regional geprägter Küche und modernen Akzenten. Die Ursprünge des Hauses reichen bis ins 17. Jahrhundert zurück. Heute treffen klassische Gerichte, sorgfältig ausgewählte regionale Zutaten und ein stilvolles Ambiente aufeinander – von den traditionsreichen Gaststuben bis zur gemütlichen Gartenlaube.
Mehr erfahrenTreno Gottardo
Eine der schönsten Nord-Süd-Bahnverbindungen der Schweiz verbindet Zürich, Luzern und Basel direkt mit Locarno über die historische Gotthard-Panoramastrecke. Die Reise führt durch Berglandschaften, historische Tunnel und die sich wandelnden Landschaften zwischen der Zentralschweiz und dem Tessin.
Tag 1
Schwyz, wo alles beginnt
Unsere Reise startet in der Urschweiz. Bemalte Fassaden, historisch bedeutende Ecken und eine eindrucksvolle Berglandschaft verleihen dem Ort Charakter. Auf dem Schwyzer Hauptplatz finden Nico und Noah die Grand Tour Snack Box, öffnen den Umschlag mit der Einladung zur Culinary Grand Tour und brechen mit dem Mietwagen von Europcar auf in ein neues kulinarisches Abenteuer durch die Schweiz.
Victorinox Messerfabrik, Ibach
Wer fein kochen will, braucht eine scharfe Klinge. So machen sich Nico und Noah als Erstes auf, bei Victorinox ihre eigenen Küchenmesser herzustellen. Auf einem Fabrikrundgang lernen sie, in welchen Arbeitsschritten hier täglich 135'000 Messer produziert werden. Am Ende müssen sie im 141-jährigen Familien-Traditionsbetrieb zwar nicht selber stanzen, entgraten und schleifen, aber unter fachkundiger Anleitung von Abteilungsleiter Peter Bürgler den Holzgriff ans Messer montieren. Sie zeigen dabei erstaunlich viel Talent, haben bei der Arbeitsgeschwindigkeit aber noch Luft nach oben.
Mein erstes Messer, das ich mir als Koch gekauft habe, war ein Santoku von Victorinox. Und ich habe es immer noch
Conditorei Schelbert, Muotathal
Noah kehrt an den Ort seines früheren Schaffens zurück. Im Restaurant Magdalena stand er in der Küche und lernte dort eines Abends auch seinen heutigen Compagnon Nico kennen. Heute treffen unsere beiden Helden im Magdalena auf Chefkoch und Mitinhaber Dominik Hartmann. Von ihm wollen sie sich inspirieren lassen – für das Menü, das sie am Ende ihrer Reise kochen werden. Im einzigen vegetarischen Restaurant der Schweiz mit zwei Michelin-Sternen sowie einem grünen Stern gibt es aber nicht nur vorzügliches Essen, sondern auch einen gut sortierten Weinkeller: Das Magdalena trägt die höchste Stufe des Labels Swiss Wine Gourmet und führt nicht weniger als 237 Schweizer Weine auf der Karte.
Gemüseküche mit zwei Michelin-Sternen. Es ist unglaublich, was in diesem Haus entsteht
Conditorei Schelbert, Muotathal
Der Familienbetrieb verkauft und serviert an fünf Standorten Köstlichkeiten mit lokalen Zutaten von Produzentinnen und Produzenten aus dem Muotathal. Es riecht nach frischem Dessert, als Noah und Nico die Backstube betreten und von Reto Schelbert begrüsst werden. Er unterbreitet den beiden die nächste Challenge: Sie dürfen die traditionelle Muotathaler Rahmkirschtorte herstellen, die sein Grossvater vor 40 Jahren erfunden hat. Luftiges Biscuit mit Kirsch und darüber viel Rahm, der schön eingestrichen sein will – so der Fachbegriff für das, was Nico wiederholt «zementieren» nennt.
Die Muotathaler Rahmkirschtorte gefällt mir
Erlebniswelt Muotathal
Die Erlebniswelt Muotathal ist vieles: zum Beispiel das Restaurant und Hüttenhotel Husky Lodge – Mitglied von Typically Swiss Hotels & Lodgings. Dazu gehören aber auch ein Veranstaltungsort, ein Klettersteig und ein komplettes Huskyrudel, das im Winter die Gäste auf Schlitten durchs verschneite Tal zieht. Nico und Noah dürfen die Tiere füttern; ausgerechnet am Dienstag, dem wöchentlichen Knochentag. Dabei lernen sie auch, dass Siberian Huskys nicht einfach Haare verlieren, sie verteilen Huskyglitzer. Und übrigens: wenn man viel Glück hat, kann man hier hinten im Tal sogar einem Wetterschmöcker begegnen.
Nico, ich habe dich noch nie so erfüllt gesehen wie hier bei den Huskys
Tag 2
Heinzer Metzgerei, Muotathal
Für ihr regionenübergreifendes Gericht brauchen Noah und Nico noch Zutaten und legen deshalb einen Stopp bei der Heinzer Metzgerei ein. Wie schon in der Conditorei führt auch hier mit Fabio Heinzer die vierte Generation eines Familienbetriebs durchs Geschäft. Verschiedene lokale Spezialitäten wie die Wurst «Wetterschmöckerli» landen im Körbchen, doch dann hat Fabio eine Empfehlung, die bei unseren Protagonisten heftige Diskussionen auslöst. Während Noah findet, im Sinne von Nose to Tail müsse man das ganze Rind verwenden, bleibt Nico unmissverständlich: «Das kommt auf keinen Fall in unser Gericht, vergiss es!» Wer wird am Ende einlenken?
Beim Heinzer hatte ich Lust, noch viel mehr einzupacken. Der hat so viele spezielle Produkte
Restaurant Insel Schwanau
1200 v. Chr. wurde die Schwanau von Menschen besiedelt und hatte daraufhin eine bewegte Geschichte – bis hin zur Geistersage um eine ertrunkene Bauerntochter. Heute gehört die ehemals private Insel wieder dem Kanton Schwyz. Das Restaurant wird von Sandro Arpagaus geführt, der auf Produkte aus der Region und auf Schwyzer Wein setzt. Beim Kaffee erzählt Sandro, dass 90 Prozent der Gäste Einheimische sind und viele von ihnen für ein Glacé auf die Insel kommen.
Das ist keine einfache Kaffeepause, auf einer Insel im See ist das ein Erlebnis
Treno Gottardo der Südostbahn
Im Arth-Goldau wechseln Nico und Noah vom Mietauto auf den Treno Gottardo der Südostbahn und überqueren den Gotthard auf der historischen Bergstrecke. Die, auf der man dank der Kehrtunnel dreimal das berühmte Chileli von Wassen sieht. Unterwegs geniessen sie neben der Aussicht auch ein Tessiner Plättli von Zugbegleiter Geni. Dazu holen sie sich aus der reich ausgestatteten Bistrozone ein Gazosa und einen frisch gemahlenen Kaffee – alles zur Einstimmung auf das nächste Reiseziel.
Mit dem Zug ins Tessin ist schon viel entspannter. Und das Plättli macht’s grad noch besser
Alpe Crestumo Angone, Faido
In der Leventina müssen Noah und Nico wieder die Schürzen montieren. In der Alpkäserei auf 1600 Metern Höhe stellen sie Tessiner Alpkäse AOP her, eine von 12 Schweizer Käsesorten, die unter der geschützten Ursprungsbezeichnung AOP (Appellation d’Origine Protégée) im Bundesregister eingetragen sind. Die beiden dürfen mit der Käseharfe und der Kelle die geronnene Masse in der erwärmten Molke bis zur richtigen Konsistenz brechen. Die gepressten Laibe reisen danach weiter, Im Reifungskeller der Cetra Alimentari SA in Mezzovico, dem Herzstück des Projekts «Eccellenze Alpestri», entwickeln sie ihr typisches Aroma. Für ihr Abschluss-Menü packen Noah und Nico einen 10 Monate gereiften Laib ein.
Da wird alles noch von Hand gemacht, der Ofen mit Holz eingeheizt, die Bedienung der Käseharfe. Die AOP-Richtlinien sind streng. Sehr beeindruckend
Tenuta Castello di Morcote
In Morcote leiten Gaby und Maurizio in dritter Generation den 150 Hektaren grossen Landwirtschafts- und Weinbaubetrieb Tenuta Castello di Morcote – umgeben vom Lago di Lugano. Zum Jubiläum 120 Jahre Merlot verkosten Noah und Nico einen Bianco di Merlot, der 8 bis 9 Monate im Barrique reifte. Das Besondere an den Böden in Morcote ist der Quarzit vulkanischen Ursprungs, der zwar mengenmässig keine grosse Ernte, aber dafür einen umso volleren Geschmack garantiert. Auf der Burgruine von Morcote geniessen unsere beiden Gourmetfreunde dann einen Rotwein aus 100 Prozent Merlot-Trauben und sinnieren über den zweiten Tag ihrer Reise. Erschöpft sinken sie schliesslich sie in die Betten des Relais Castello di Morcote – einem Mitglied von Design & Boutique Hotels and Lodgings.
Die Schönheit von Morcote sieht man. Aber man schmeckt sie auch, hier in diesem Glas Merlot
Tag 3
Cantina alla Maggia, Ascona
Am dritten Reisetag dreht sich alles um den Wein. Guendalina Rampazzi, Direttrice der Cantina alla Maggia, begrüsst Nico und Noah auf dem Weingut in Ascona. Umgeben von den ältesten Reben des Maggia-Deltas erfahren sie, wie eine Weinassemblage entsteht. Am Ende entscheiden sie sich dann doch lieber für die Komposition der Profis: den Rotwein «Melodia» aus Merlot-, Cabernet Franc- und Cabernet-Sauvignon-Trauben.
Wir müssen noch üben, aber das könnte ich mir gut als Beruf vorstellen. Wein assemblieren in der Tessiner Sonne
Castello del Sole, Ascona
Jetzt wird gekocht: Risotto mit Tessiner Alpkäse AOP, dazu fein gewürfelt die umstrittene Zutat aus der Metzgerei Heinzer; Noah konnte Nico überzeugen. Für die geschmackliche Tiefe raspeln sie ein gebeiztes Ei vom Restaurant Magdalena darüber und paaren das Ganze mit dem Wein von nebenan. So entwerfen Noah und Nico in der Küche der Locanda Barbarossa – dem Gourmetrestaurant des Hotels Castello del Sole – ein Menü, das es vorher noch nie gab.
Das Fazit der Jury
Nun folgt die alles entscheidende Frage: Schmeckt das Gericht auch? Simon V. Jenny, General Manager Castello del Sole & Cantina alla Maggia, Mattias Roock, Executive Chef Castello del Sole, und Melissa Gabbani, Sous Chef Locanda Barbarossa und ausgewiesene Risotto-Spezialistin, bilden die Jury – und zeigen sich sichtlich begeistert.
Nico und Noah haben ihre Aufgabe erfüllt und den Gotthard auch kulinarisch überquert.
Noah, ich habe in diesen drei Tagen wieder unglaublich viel über die kulinarische Schweiz gelernt, dieses bekannte und doch so unbekannte Land
Wem sagst du das, all diese reichen Aromen die wir bei schönster Aussicht geniessen durften. Und wo gehen wir als nächstes hin?