Wenn Natur und Kultur als Kunst verschmelzen Am Tor Alva in Mulegns

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Einleitung

Ein moderner weisser Turm erhebt sich innerhalb der historischen Mauern von Mulegns. Mit "Tor Alva" - Rätoromanisch für "Weisser Turm" - hat Origen dieses kleine Bergdorf in einen Ort verwandelt, an dem Vergangenheit und Zukunft zusammenkommen. Hier entstehen natürliche Bühnen, auf denen die Geschichten des Dorfes inmitten der umliegenden Berglandschaft zu neuem Leben erwachen.

Abseits der bekannteren Dörfer der Schweiz liegt Mulegns, ein Bergdorf mit nur 12 Einwohnern. Der Ort war einst eine wichtige Pferdewechselstation für Postkutschen, die über grosse Stallungen verfügte. Das markante Posthotel Löwe erinnert noch heute an diese Zeit. Der Bau der Rhätischen Bahn und der Ausbruch des Ersten Weltkriegs brachten den Verkehr auf dem Julierpass zum Erliegen und verhinderten den weiteren Ausbau des Hotels. Die Gassen sind eng und die Häuser von der Geschichte geprägt. Mulegns ist ein Ort, an dem die Vergangenheit noch spürbar ist, auch wenn Origen dem Dorf überraschende neue Akzente verliehen hat.

Post Hotel Löwe

Das Posthotel Löwe ist eines der ältesten in Graubünden. An der alten Passstrasse gelegen, erlebte es Ende des 19. Jahrhunderts seine Blütezeit. Präsidenten, Zarenwitwen, Nobelpreisträger und Kronprinzessinnen haben in seinen historischen Mauern gewohnt. Seit dem Sommer 2024 empfängt das altehrwürdige Haus wieder Gäste aus aller Welt.

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Nova Fundaziun Origen

Die von Giovanni Netzer gegründete Stiftung Nova Fundaziun Origen hat ihren Ursprung in der darstellenden Kunst. Dazu kamen im Laufe der Jahre Grossprojekte in den Bereichen Denkmalschutz, historische Forschung, Dorfentwicklung und neue Bautechnologien. Seit 2019 setzt sich Origen für den Erhalt und die Wiederbelebung der historischen Denkmäler in Mulegns ein. Das Dorf ist zu einem Laboratorium für Architektur geworden, in dem das Alte nicht verschwindet, sondern vielmehr als Inspiration für neue Ideen dient. Der Weisse Turm im Zentrum des Dorfes ist auch ein Beweis dafür, dass Forschung und Kultur eine gute Symbiose eingehen können.

Mehr als nur ein Turm

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Mulegns

Mulegns liegt am Julierpass, am Zusammenfluss von Fallerbach und Julia. Das Dorf, in dem sowohl Deutsch als auch Rätoromanisch gesprochen wird, beherbergt die Barockkirche St. Franziskus, die im 15. Jahrhundert von den Alpenbewohnern Walser gegründet wurde, sowie das Mühlrad, das im Wappen des Dorfes zu sehen ist.

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Mulegns
Graubünden
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Viele Einheimische wanderten aus, um im Ausland als Konditoren erfolgreich zu sein, bis die Sehnsucht nach der Heimat sie wieder ins Dorf zurückbrachte.
Giovanni Netzer

Tor Alva

Das Tor Alva ist ein Symbol für die Rückkehr der Zuckerbäcker in ihre Heimat - für jene mutigen Männer, die nach Jahren in der Fremde mit neuen Ideen, Erfahrungen, einem ausgeprägten Sinn für Ästhetik und Reichtum zurückkehrten. Inspiriert von fernen Städten kombinierten sie handwerkliche Präzision mit einer überraschend modernen Auffassung von Architektur und Gemeinschaft. Auf diese Weise entstanden in den Dörfern Gebäude, die Tradition und Fortschritt miteinander verbanden. Das Tor Alva setzt diese Geschichte fort - als zeitgemässe Antwort auf die Frage, was ein Zuckerbäcker bauen würde, wenn er ins 21.

Wir veranstalten Aufführungen für Menschen. Wir möchten, dass sie mit einem guten Gefühl nach Hause gehen. Ich hoffe auch, dass schöne Begegnungen stattfinden werden, die dem Tal neues Leben einhauchen.
Giovanni Netzer

Giovanni Netzer

Als Gründer und künstlerischer Leiter von Origen prägt Giovanni Netzer die Kulturlandschaft Graubündens. Von seinem Haus in Savognin aus verwandelt er historische Gebäude und spektakuläre Naturschauplätze in Bühnen voller Geschichten - innovativ, mutig und mit einem tiefen Sinn für Tradition.

Giovanni Netzer ist einer derjenigen, die den Alpen eine neue Bühne geben. Seine Arbeit beginnt oft dort, wo andere nur kurz verweilen: In alten Häusern, auf schroffen Passhöhen oder in fast vergessenen Dörfern. Es sind genau diese Orte, die er aufsucht, um sie mit Leben zu füllen.

Mit seiner Kulturstiftung Origen verwandelt er Mauern, Stadtplätze und Landschaften in Theaterwelten. Schloss Riom, das Posthotel Löwe oder der Weisse Turm in Mulegns - sie alle tragen seine Handschrift. Es ist die Kombination aus Disziplin, Leidenschaft und Mut, die Giovanni Netzer zum einflussreichsten Kulturschaffenden Graubündens macht.

Clavadeira Riom, Vortrag des Choreografen
In den Bergen haben wir die Möglichkeit, die Beziehung zwischen Kultur und Natur neu zu überdenken.
Giovanni Netzer

Eine bewegende Vorstellung

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Giovanni Netzer ist bei Aufführungen immer vor Ort. Er begrüsst das Publikum, führt es in das Stück ein und sorgt dafür, dass die Darsteller motiviert und bereit sind, bevor die Aufführung beginnt. Auf diese Weise wird jede Aufführung zu einem besonderen Moment, in dem die Bühne, die Darsteller und das Publikum auf eine Weise miteinander verbunden sind, die jedes Mal anders ist. Die Bühnen des Origenes sind oft als Arena aufgebaut. Die Bühnenbereiche grenzen direkt an die Zuschauerreihen an und ermöglichen eine grosse Nähe zu den Künstlern.

Verbindung von Kultur und Natur

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Am Tor Alva wird die Landschaft selbst zur Bühne. Hier treffen internationale Künstler auf aufstrebende Stars aus Graubünden. Gemeinsam bringen sie Geschichten auf die Bühne, die bis in den Turm hineinreichen.

Die Kostüme von Martin Leuthold, dem wohl talentiertesten Textildesigner der Schweiz, sollen mehr sein als nur dekorativ: Sie knüpfen an die Geschichte des Post Hotels Löwe an und lassen Vergangenheit und Gegenwart ineinander fliessen. Das Publikum erlebt die Aufführung aus unterschiedlichen Perspektiven: Manchmal auf Augenhöhe, manchmal von oben im Turm.

Giovanni begrüsst das Publikum und nimmt sich vor Beginn der Vorstellung Zeit, um die Inszenierung des Freilichtspiels "La Torre" zu erläutern, das während der ersten Saison des Weissen Turms im Sommer 2025 aufgeführt wurde.