Trans Swiss Trail
Übersicht
Einleitung
Saumweg, Kantonsstrasse, Gotthardbahn, Autobahn, Neat-Baustelle... Spätestens in Erstfeld gleicht das Urnertal einem Durchgangskorridor. Silenen, Amsteg: symbolträchtige Orte am alten Saumweg. Gute Sicht auf die Hügelkirche von Wassen und die Kehrtunnels.
Beschreibung
Dass die Etappe nach Wassen eine für Bahnfans ist, wird bereits beim Start in Erstfeld klar: Das Eisenbahnerdorf ist Ausgangspunkt der legendären Gotthard-Bergstrecke und zugleich des Gotthard-Basistunnels. Nur 17 Minuten dauert die Zugfahrt durch den 57 Kilometer langen Tunnel ins Tessin. Wer zu Fuss auf dem Trans Swiss Trail unterwegs ist, sucht jedoch nicht das schnelle Ziel, sondern das Erlebnis – und das ist auf dieser Etappe garantiert.
Der Wanderweg verläuft zunächst flach der Reuss entlang und führt am Depot Erstfeld vorbei. Das Reusstal ist hier breit, der Transitkorridor mit Bahn und Strasse stets präsent. Nach rund 2,5 Kilometern steigt der Weg an und führt auf schmaleren Pfaden über die linke Talseite. Man wandert an hübschen Weilern vorbei, über saftige Wiesen und entlang kunstvoll gesetzter Trockenmauern. Immer wieder richtet sich der Blick auf den markanten Bristen, der wie eine steinerne Pyramide über dem Tal thront.
Schon bald erreicht man Silenen, ein Dorf, das bis heute Spuren seiner einstigen Bergherrenepoche trägt. Typische Gotthardhäuser in Blockbau sind Zeugen dieser Zeit, darunter das «Steinhaus» bei der Kirche. Es ist eines der ältesten noch bewohnten Häuser im Tal. In Obersilenen erhebt sich ausserdem der Meier- oder Dorfturm aus dem 13. Jahrhundert, einst Wohn- und Amtssitz der Freiherren von Silenen.
Weiter südlich öffnet sich der Blick auf Amsteg, das schon früh eine zentrale Rolle entlang der Gotthardroute spielte. Heute prägt das Wasserkraftwerk das Dorfbild. Es ist das grösste Kraftwerk im Kanton Uri und spielte eine wichtige Rolle bei der Elektrifizierung der Gotthardbahn – ein eindrucksvolles Beispiel für die Verbindung von Naturkraft und Technik im Reusstal.
Hinter Amsteg steigt der Weg deutlich an und führt abwechselnd durch Wald und vorbei an Wasserfällen und sonnigen Hängen. Die Siedlungen ziehen sich terrassenartig die steilen Flanken hinauf, immer wieder öffnen sich beeindruckende Tiefblicke auf die Reuss und die Bahnstrecke mit ihren Viadukten und Stützmauern. Wenig bekannt, aber faszinierend: In der Region Gurtnellen wurde ab dem 19. Jahrhundert Granit abgebaut. Das Material war entscheidend für den Bau der Gotthardbahn. Am Weg lassen sich Spuren dieses einst bedeutenden Industriezweigs erkennen.
Mit zunehmender Höhe weitet sich das Tal. Das bekannte, barocke «Chileli» von Wassen rückt ins Blickfeld. Es ist für Bahnreisende ein Wahrzeichen der Gotthardstrecke – aus dem Zug sieht man die Kirche gleich dreimal. Auch zu Fuss geniesst man immer wieder neue Perspektiven.
In Wassen endet die Wanderung mit einem letzten Blick auf die Reuss und die Kehrtunnels, welche diese Strecke weltberühmt gemacht haben. Wer möchte, taucht im Freilichtmuseum Steinbruch Antonini noch tiefer in die Granitgeschichte ein – oder lässt die Eindrücke dieser vielseitigen Etappe zwischen Fluss, Fels und Gotthardbahn nachwirken.
Zu einer genussreichen Tour gehört die sorgfältige Planung derselben. Informieren Sie sich bitte vorher bei der lokalen Informationsstelle über die Strecken- und Wetterverhältnisse. Je nach Jahreszeit und Witterungsverhältnissen kann diese Route gesperrt oder unterbrochen sein
| Startort |
Erstfeld
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|---|---|
| Zielort |
Wassen
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| Richtung |
Einweg
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| Aufstieg |
1000 m
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| Abstieg |
540 m
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| Distanz |
19 km
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| Dauer |
5 h 50 min
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| Dauer umgekehrte Richtung |
5 h 25 min
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| Technische Anforderungen |
Leicht
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| Konditionelle Anforderungen |
Schwierig
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| Geeignete Jahreszeit |
April - September
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| Thema |
Entlang dem Wasser
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Fakten
Routennummer
