Der Stolz aus Holz. Mit Liebe und von Hand fertigt Familie Morerod einzigartige Schlitten.
Einleitung
Der Col de la Croix verbindet Les Diablerets mit Villars. Im November werden Rad- und Motoradfahrer in die Winterpause geschickt – Wintersperre. Dann übernehmen die Schlittler.
Les Diablerets
Zwischen Genfersee und Gstaad, auf 1200m, liegt Les Diablerets, eine Hochburg des Abenteuersports. Das Skigebiet Glacier 3000 im Herzen der Waadtländer Alpen bietet ausgedehntes Schnee- und Gletscher-Vergnügen.
«Dies sind die Rolls-Royce unter den Schlitten.»
Mit einem Schmunzeln und nicht ohne Stolz würdigt Vater Bruno Morerod den jüngsten Spross. Schon fast zärtlich streicht Sohn Joël über das Eschenholz des neuen Flitzers – Handarbeit Marke Morerod.
Die handgefertigten Raketen fahren sich wie ein Gokart.
Für herkömmliche Davoser Schlitten haben die beiden bloss ein müdes Lächeln übrig. Denn der tiefe Schwerpunkt und die beweglichen Kufen ihrer Boliden ermöglichen viel engere Radien und ein ganz anderes Fahrgefühl. Zudem sind die Kufen mit einem Skibelag versehen, was das Schlittelerlebnis zur rasanten Angelegenheit macht.
Leimen, sägen, fräsen, schleifen ...
7 Stunden Arbeit und über 60 Einzelteile bringen den Erfolg.
Zwölf Holzlatten werden wie ein Sandwich aufeinander geklebt und sogleich auf die Kufenform gespannt. In der gebogenen Position härtet das getränkte Holz aus, ehe am folgenden Tag die steife Kufe in ein Kufenpaar gesägt wird. Nur so kann garantiert werden, dass die linke und rechte Seite nahezu identisch sind und auch wirklich geradeaus fahren, sofern sie dies denn sollen.
Eschenholz als Basis.
Für sämtliche Teile – von Kufen über die Streben bis zu den Sitzflächen – gelangt Schweizer Eschenholz zur Anwendung. «Es ist gegen hundert Jahre alt, gut zu verarbeiten, hart und beständig», erklärt Joël.
Schlittler aus Leidenschaft.
Mit funkelnden Augen berichtet Vater Bruno aus den 60ern.
In einem Mehrsitzer, einer Art Bob, brauste er mit Freunden die Passstrasse hinunter. Jener abenteuerliche Schlitten existiert nicht mehr. Er fiel einem «Malheur» zum Opfer, mehr will Bruno Morerod nicht verraten. Die Leidenschaft aber ist geblieben.
Der Schlittenbau als Zückerchen.
Bloss 10 bis 15 Exemplare dieser exquisiten Boliden fertigen sie pro Jahr. Ihr täglich Brot verdienen die Morerods mit Schreiner- und Zimmermannsarbeiten. Der Höhepunkt für jeden Angestellten ist aber das Schlittenbauen.
Wir erschaffen etwas, das anderen Freude bereitet – was gibt es Schöneres.
Die Begeisterung in der Firma Morerod ist riesig.
Regelmässig trifft sich die gesamte Belegschaft zum nächtlichen Schlittelplausch. Selbstredend besitzen die Mitarbeiter ihre eigenen Gefährte. Im Handel kosten die handgefertigten Boliden um die CHF 600.
Ein bisschen Technik schadet nie.
Es empfiehlt sich, die kurvige Strecke vorab bei Tageslicht zu besichtigen. Dies gilt natürlich nicht für die Morerods, sie kennen jedes Eck der sieben Kilometer langen Piste wie ihre Westentaschen.
Und gleich nochmal!
Wer einen ihrer Schlitten gefahren ist, versteht schnell, warum sie sich immer wieder aufs Neue die Piste runterstürzen – der Spassfaktor ist einfach riesig.
- 7.2 Kilometer lang ist die Schlittelbahn
- 552 Meter Höhendifferenz
- 4 Haarnadelkurven
- 7.67% mittlere Neigung
- 100% Spass