Verborgene Juwelen in Graubünden
Einleitung
In Graubünden gibt es mehr Bio-Bauernhöfe als irgendwo sonst in der Schweiz. Auch nachhaltiger Tourismus wird hier grossgeschrieben: du fährst mit dem Zug durch wilde Schluchten, wanderst über Pfade zwischen Felsen und hast gute Chancen, dabei Gämsen zu entdecken. Wer lieber auf zwei Rädern unterwegs ist, findet unzählige Velowege – oder nimmt das Mountainbike, um die Berge zu erkunden.
Graubünden
Graubünden ist der flächenmässig grösste Kanton der Schweiz – und der einzige, in dem drei Landessprachen gesprochen werden. Neben seinem kulturellen Reichtum begeistert er auch mit landschaftlicher Vielfalt. 150 Täler und 615 Seen warten nur darauf, von dir entdeckt zu werden.
Malans Weindorf
Die Gemeinde Malans liegt oberhalb der Mündung der Landquart in den Rhein. Zusammen mit der kleinen Stadt Maienfeld und den Weindörfern Jenins und Fläsch gehört Malans zur Bündner Herrschaft – einer Region, die dank ihres milden Klimas oft als «Garten Graubündens» bezeichnet wird.
Zwei verheerende Grossbrände im 17. Jahrhundert prägten die Entwicklung des Dorfes. Der Wiederaufbau der betroffenen Viertel erfolgte jedoch rasch. Noch heute zeugen viele prächtige Patrizierhäuser aus dieser Zeit, vor allem im Dorfzentrum, von dieser Epoche. Malans beeindruckt aber auch durch das sternförmige Gassennetz rund um das Zentrum und durch seine ausgedehnten Rebberge, die sich bis ins Herz des Ortes ziehen.
Sent Sonnige Terrasse
Das malerische Dorf Sent im Unterengadin liegt wie eine sonnige Terrasse hoch über dem Tal – umgeben von ausgedehnten Äckern und Wäldern. Hier wird Rätoromanisch noch aktiv gesprochen: Sent gilt als eine Hochburg dieser Sprache.
Im Zentrum des Dorfs reihen sich Bauernhöfe und Bürgerhäuser dicht aneinander, entlang eines engen Gassennetzes mit breiteren Strassen und kleinen Plätzen. Besonders eindrucksvoll ist der Dorfplatz mit seinem prächtigen Brunnen.
Am Dorfrand findest du typische Engadiner Bauernhäuser, die von den Bränden, die Sent einst heimsuchten, verschont geblieben sind. Die spätgotische Kirche San Lurench, gut sichtbar gelegen, zieht schon von weitem den Blick auf sich. Am westlichen Ende des Dorfs liegen die eindrucksvollen Ruinen der Kirche San Peder – heute in Privatbesitz und das eigentliche Wahrzeichen von Sent.
Castasegna Kastanienwälder
Castasegna im Val Bregaglia liegt direkt an der italienischen Grenze, eingebettet in den Talboden etwas oberhalb des Flusses Maira – umgeben von unberührter Natur und dichten Kastanienwäldern auf beiden Talseiten.
Das Dorf auf 686 m überrascht mit einem beinahe städtisch wirkenden Zentrum. Die Nähe zur italienischen Stadt Chiavenna und die Lage an einer wichtigen Handelsroute brachten Castasegna schon früh Wohlstand.
Oberhalb des Ortskerns breitet sich einer der grössten Kastanienwälder Europas aus. Zwischen den Bäumen stehen kleine Steinhäuschen – alte Kastanientrockner, die man hier «Cascine» nennt. Ein Lehrpfad führt durch den Wald und erklärt ihre Geschichte.
Ebenfalls oberhalb des Zentrums, in einem lichten Kastanienwald, findest du eine besondere Siedlung: Sie wurde in den 1950er-Jahren vom Architekten Bruno Giacometti entworfen.
Soazza Pfarrkirche San Martino
Das Bündner Dorf Soazza liegt auf einem Plateau, das sich an die steilen, bewaldeten Hänge des Valle Mesolcina schmiegt – einem italienischsprachigen Tal, das sich zwischen Bellinzona und dem San-Bernardino-Pass in Nord-Süd-Richtung erstreckt.
Hoch über dem Dorf thront die Pfarrkirche San Martino – die wichtigste Sehenswürdigkeit des Ortes. Im Innern findest du zahlreiche Kunstwerke, darunter auch die beeindruckende „Vedani“-Orgel.
Einen Abstecher wert ist auch der Wanderweg entlang der ehemaligen Bahnlinie zwischen Mesocco und Boffalora. Er führt durch eindrucksvolle Landschaften, über Brücken und durch Tunnel – und folgt dabei der stillgelegten Trasse.
Zuoz Ein Nachbar von Italien
Der Oberengadin, in dem man die weissen Gipfel der Berge küsst. Das Hotel Castell, ein ehemaliges Sanatorium, das in ein Hotel umgewandelt wurde, ist ein Traumziel und vereint Wellness (herrliches Hamam), Architektur und Kunst. So auch in Zuoz, einem Dorf, das dazu einlädt, Kunstgalerien und prächtige, mit Sgraffiti verzierte Patrizierhäuser zu entdecken. Das Restaurant Dorta ist ein typisches Haus im Engadin und bietet lokale Spezialitäten an: Rösti, Käsefondue und Pasta - Italien liegt auf der anderen Seite der Berge! Unumgänglich : Die höchste Kaffeerösterei Europas, die an Caferama, ein Kaffeemuseum, angrenzt. Eine gute Gelegenheit, die Batterien wieder aufzuladen, bevor Sie den Radweg Maloja-Zernez (Zuoz liegt auf halber Strecke) nehmen. Eine Route durch eine einzigartige Landschaft, die entlang des reissenden Flusses Inn, des mondänen St. Moritz, schneebedeckter Bergkämme und klarer Seen führt...
Hingehen: zwei Zugfahrten nach Wahl. Neugierige Reisende starten in Zürich, fahren durch das Albulatal nach Samedan und dann nach Zuoz (UNESCO-Welterbe Route). Schneller : Die Strecke Landquart, Klosters, Zuoz.
Müstair Das schönste Bergtal
Schwingen Sie sich auf Ihr Fahrrad und fahren Sie durch den Naturpark Val Müstair : Ein alpines Tal, das als eines der schönsten der Schweiz gilt. Die Strecke von Buffalora nach Sta.Maria ist ein Klassiker. Nach der Anstrengung kommt der Trost : Die Bäckerei Meier-beck, ein Treffpunkt für die Bewohner, backt preisgekrönte Tartelettes mit Bio-Nüssen aus Graubünden. Mit dem PostAuto profitieren Sie von einem Hin- und Rückflug. Die berühmten gelben Busse bringen Sie zu den entlegensten und höchsten Orten dieses Tals. Das Hotel Chalavaina, das in zwei historischen Häusern untergebracht ist, vermischt auf harmonische Weise rustikale und moderne Elemente. In der Nähe, ebenfalls in Müstair, ein Muss: Das Benediktinerkloster St. Johannes, das in UNESCO-Welterbe eingetragen ist. Es beherbergt die grösste Serie figurativer Fresken in der Schweiz (gemalt um 800 n. Chr.) und ein Klostermuseum.
Hingehen: Mit dem Zug von Zürich nach Landquart, dann mit der Rhätischen Bahn nach Zernez. Danach PostAuto bis Müstair.
Sertig Romantisches Dorf
Bauernhöfe und Scheunen prägen das Bild der Bergregion um Davos und Klosters. Sie sind das Erbe der Walser, ein Bergvolk, das sich im 13. Jahrhundert in der Region niederliess. Eine Kutschfahrt durch das Seitental des Sertig ist daher ein Muss. Unverzichtbar : Der "Alps Epic Trail Davos", der von der IMBA zu einem der besten Mountainbike-Trails der Welt gekrönt wurde. Da die Strecke anstrengend ist, ist ein Ebike kein Luxus! Die Rundwanderung vom Sertig Dörfli zum Ducan-Wasserfall ist dagegen viel einfacher. Ausgangspunkt : Das Restaurant Zum Bergführer befindet sich in einem 100 Jahre alten Gebäude und bietet traditionelle Küche. Das Hotel Walserhuus-Sertig mit seinen Schlüsseln, die mit einer Edelweissblüte verziert sind, ist die perfekte Adresse für einen romantischen Aufenthalt. Es ist schwer, sich eine schönere Naturkulisse als diese klaren Bäche und Berggipfel vorzustellen...
Hingehen: Mit dem Zug von Zürich nach Landquart, dann Rhätische Bahn bis Davos Platz. Nehmen Sie dann den PostAuto (Linie 8) bis Sertig.
Bergün Eine spektakuläre Eisenbahnstrecke
Es ist unmöglich, die spektakuläre Albula-Bahnstrecke zu übersehen, die entlang schwindelerregender Schluchten durch Wälder und Berge gebaut wurde. Seine Strecke steht übrigens auf der Liste des UNESCO-Welterbe, was zum Teil auf das 65 Meter hohe Landwasserviadukt zurückzuführen ist, das von fünf riesigen Pfeilern getragen wird. Am Fusse des Albulapasses schmiegt sich Bergün, ein hübsches Bergdorf. Das Albula-Bahnmuseum ist eine Hommage an diese legendäre Bergstrasse und beherbergt natürlich auch eine Miniatureisenbahn. In der Nähe befindet sich das Kurhaus Bergün, ein schönes Jugendstilhotel mit einem Wellnesscenter. Andere Attraktion : Le Parc Ela, der grösste Naturpark der Schweiz. Schlendern Sie durch Wildblumen, Bäche und verschlafene Dörfer. Und geniessen Sie den Palpuogna-See, der in einer TV-Umfrage zur "schönsten Ecke der Schweiz" gewählt wurde.
Hingehen: Mit dem Zug bis Chur, dann mit der Rhätischen Bahn (auf der Albulalinie) bis Bergün, Richtung St. Moritz. Vom Süden aus nehmen Sie die RhB nach Samedan.
Vals Thermalkuren
Das wilde, felsige Valsertal und seine Seitentäler sind ein Paradies für Wanderer. Die Drei-Seen-Wanderung ist eine der schönsten Wanderungen mit versteckten Seen, die von steilen Felswänden oder alpinen Wiesen umgeben sind. Hat Sie diese Landschaft gefesselt? Fühlen Sie sich wie ein Bergnomade und übernachten Sie in einer der Jurten in der Nähe der Hängela Hütte (1820 m). Gasthaus Zervreila bietet etwas ganz anderes an: Nach einem Mittagessen können Sie von diesem Chalet-Restaurant aus mit dem Roller wieder ins Tal hinunterfahren. All das ist wunderschön, aber Vals ist vor allem für die Therme von Vals bekannt. Ein Kunstwerk aus Valser Quarzit, das vom Architekten Peter Zumthor signiert wurde. Dieses Thermalbad wurde auf einer heissen Quelle errichtet und hat den Status eines geschützten Kulturerbes. Das dazugehörige Silver Restaurant ist ebenso erhaben; wilde Zutaten aus der Region werden wie Kunstwerke auf Ihrem Teller präsentiert.
Hingehen: Nehmen Sie die Rhätische Bahn von Chur oder Disentis bis nach Ilanz, von dort bringt Sie der PostBus nach Vals.
Poschiavo Die Kochtöpfe der Riesen
Das Hotel Albrici war einst ein Palast aus dem 17. Jahrhundert und wurde 1848 das erste Hotel in Poschiavo. Jahrhundert. Hier gibt es viele historische Gebäude. Das Leben in diesem Tal ist authentisch. Das Label "100% Valposchiavo" beweist dies mit schönen lokalen Produkten - von Blumen bis zum Käse von den Alpen. Bei der Wanderung durch das Val da Camp durchqueren Sie auch üppige alpine Wiesen, aber die wahren Highlights sind die Seen Lagh da Saoseo und Lagh da Viola (zwei Juwelen unter den Bergseen). Gehen Sie an Bord der legendären Bernina Express rund um Poschiavo. Eine Fahrt mit dem Zug ist ein Erlebnis, vor allem am Kreisviadukt von Brusio. Vom Bahnhof Cavaglia (1693 m) aus können Sie zu einem Naturwunder wandern. Der Gletschergarten von Cavaglia entsteht durch den Druck des eisigen Wassers und der sich drehenden Felsen und Sande. Die tiefen Felslöcher werden auch als "Töpfe der Giganten" bezeichnet.
Hingehen: Mit dem Zug von Zürich nach Chur, dann mit der legendären Rhätischen Bahn mit einem Transfer nach Poschiavo (eine wunderschöne Zugfahrt von 4,5 Stunden). Von Mailand aus dauert die Fahrt nach Poschiavo 3 Stunden.