Bodensee-Radweg
Übersicht
Einleitung
Raus aus den Zwillingsstädten Kreuzlingen-Konstanz und hinein in die Felder und Schilfzonen vor Gottlieben. Unbedingt Hüppen probieren, bevor es nach Ermatingen geht. Alte Fischerhäuser gibt es am See, Ostschweizer Zimmermannskunst im Dorf. Hoch über dem Ufer thront das Schloss Arenenberg, eines von vielen hier. Unbeirrt an Bahnstrecke und Ufer entlang folgen Steckborns Riegelhäuser und die Klosterinsel Werd. Zwei weitere Inseln gehören zu Stein am Rhein, Ziel der Etappe.
Beschreibung
Durch den Zoll und rein ins Tägermoos. Speziell: Obwohl das Gebiet im Kanton Thurgau und somit auf Schweizer Boden liegt, werden verschiedene Verwaltungsaufgaben vom deutschen Konstanz wahrgenommen. Auf den Feldern inmitten des Gemüselandes, wo bereits im 18. Jahrhundert Kohlköpfe und Zwiebeln angebaut wurden, wird geschuftet. Paradies nennt sich der Flecken – für die Velofahrenden ist es das tatsächlich. Gemütlich geht es durch die liebliche Bodensee-Gegend.
Wenn die Ähren sich im Winde wiegen, folgt Gottlieben. Ob hier Ende des 19. beziehungsweise Anfang des 20. Jahrhunderts wegen der feinen «Hüppen» (Waffelröllchen) eine Künstlerkolonie entstand, ist nicht erwiesen. Verlässt man den malerischen, etwas verschlafenen Ort, auch «vergessene Perle am Bodensee» genannt, wartet mit Ermatingen ein weiteres altes Fischerdorf. Eindrücklich sind die Fachwerkhäuser. In der gut geschützten Ermatinger Bucht errichteten die Menschen einst ihre Pfahlbauten. Heute ist es Teil eines Flachmoors und Amphibienlaichgebiets von nationaler Bedeutung. Während die letzten grossen Überschwemmungen 1999 und 2024 verhältnismässig glimpflich mit gefluteten Kellern und Gebäudeschäden endeten, verlief es früher dramatischer. Das bislang grösste Hochwasser der Bodenseeregion im Jahr 1817 hatte seinen Ursprung im Ausbruch des indonesischen Vulkans Tambora im Jahr 1815. Dieser hatte eine Hungersnot zur Folge und sollte das Klima grosser Teile der Erde auf den Kopf stellen.
Über den Köpfen der Velofahrenden ziehen Störche majestätisch ihre Kreise, blaue Libellen surren um Schilf und Gräser. So kann sie weitergehen, die Veloreise am Untersee. Unweit von hier: die Insel Reichenau, umgeben von Unter-, Zeller- und Gnadensee. Zwischen Ermatingen und Berlingen liegt etwas erhöht das Schloss Arenenberg aus dem 16. Jahrhundert. Im Inneren befindet sich das Napoleonmuseum, das einzige in der Schweiz. Unterwegs durch Berlingen und Steckborn und immer zwischen See und Bahngleis fahrend lassen weitere Fischer- und Fachwerkhäuser grüssen.
Der Boden ist hier besonders fruchtbar und nährstoffreich: Grau- und Weissburgunder, Riesling, Bacchus oder natürlich der berühmte Müller-Thurgau finden im beinahe mediterranen Klima prächtige Voraussetzungen. Richtung Stein am Rhein wird der Untersee schmaler. Bald schon wird man ihn Rhein nennen. Die Klosterinsel Werd ist seit 1200 Jahren bewohnt. Auch hier gehen die Spuren bis zu den Pfahlbauern zurück. Das letzte Etappenhighlight folgt gleich noch: das Kloster Sankt Georgen rechts von der Rheinbrücke. Es ist heute ein Museum und bildet gleichzeitig den Eintritt in die bestens erhaltene mittelalterliche Kleinstadt Stein am Rhein. Zu behaupten, diese sei gut besucht, wäre eine masslose Untertreibung.
Zu einer genussreichen Tour gehört die sorgfältige Planung derselben. Informieren Sie sich bitte vorher bei der lokalen Informationsstelle über die Strecken- und Wetterverhältnisse. Je nach Jahreszeit und Witterungsverhältnissen kann diese Route gesperrt oder unterbrochen sein
| Startort |
Kreuzlingen
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|---|---|
| Zielort |
Stein am Rhein
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| Aufstieg |
190 m
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| Abstieg |
190 m
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| Distanz |
28 km
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| Distanz auf Asphalt |
25 km
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| Distanz auf Naturbelag |
3 km
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| Konditionelle Anforderungen |
Leicht
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Fakten
Routennummer
