Via Engiadina
Übersicht
Einleitung
Die schöne, eher flache Wanderung am Hang führt durch den Wald und tief ins Val Sinestra zum gleichnamigen sagenumwobenen Spukhotel. Das Tal ist bekannt für seine Mineralquellen und den Orchideenreichtum. Die drei typischen Engadiner Dörfer Sent, Vnà und Tschlin erzählen die Geschichte des Unterengadins.
Beschreibung
Sent liegt hoch über dem Talboden auf einer Sonnenterrasse. Typische Engadiner Bauernhäuser und Bürgerhäuser liegen hier nebeneinander an engen, gepflasterten Gassen. Den Dorfplatz vor dem imposanten Bergpanorama schmückt ein schöner Brunnen. Heute leben noch rund 900 Menschen im ehemals grössten Dorf des Unterengadins. Eine architektonische Eigenheit des Dorfs sind die geschwungenen Dachgiebel, die viele der eleganten, klassizistischen Wohnhäuser zieren.
Nach dem Verlassen des Dorfes wandert man auf einer Schotterstrasse über Weiden zum Eingang des Val Sinestra. Das enge Tal besteht aus bewaldeten Steilhängen und einer tiefen Schlucht. Sinestra bedeutet jedoch nicht düster, sondern heisst auf Rätoromanisch links, denn das Tal liegt auf der linken Seite, in Fliessrichtung des Inn gesehen. Auf seinen ungedüngten Wiesen gedeihen viele seltene und gefährdete Pflanzen. Einzigartig sind die Erdpyramiden in Prà San Peder, die Blumenpracht und insbesondere der Orchideenreichtum.
Aus Sent hinaus führt eine Strasse, auf der auch das Postauto verkehrt über Weiden hoch zum Eingang des Tals. Nun verläuft der Weg relativ flach durch den Wald. Weit abgelegen im Tal wird das sagenumwobene ehemalige Kurhaus erreicht. Auf seiner Bäderetage soll ein Geist wohnen und von November bis Mai ist das Kurhaus nur mit Privatfahrzeugen erreichbar. Die heutige Jugendherberge mit Belle-Epoque-Ambiente wurde am Anfang des 20. Jahrhunderts in der Nähe von sechs Mineralquellen erbaut.
Unterhalb des Hotels wird der Wildbach Brancla überquert und man wechselt auf die andere Talseite. Über einen in den Fels gehauenen Weg geht es aus dem Wald hinaus bergwärts bis nach Vnà. Im kleinen Bergdorf leben etwa siebzig Menschen. Das Dorfmuseum vermittelt anhand von Geräten und Dokumenten, wie das Leben und Schaffen im Tal früher ausgesehen hat.
Das Tal verlassend öffnet sich die fantastische Weitsicht auf die gegenüberliegende Gebirgskette und das Tal. Den Südhang unter dem Piz Arina querend wird Chant Sura erreicht. Gegenüber erhebt sich der Piz Lad. Er wird auch Drei-Länder-Eck genannt, da er die Grenze zwischen Italien, Österreich und der Schweiz bildet.
Die enge Schlucht von Ruinains wird über schmale Holzstege überquert. Dann führt ein gut befestigter Weg über weite Weiden ins Etappenziel Tschlin. Von hier stammt das Biera Engiadinaisa, welches aus kristallklarem Bergwasser und Bündner Sommergerste gebraut wird. Auch dieses Engadinerdorf ist sehr gut erhalten und mit seinen Terrassenlandschaften eine Augenweide.
Zu einer genussreichen Tour gehört die sorgfältige Planung derselben. Informieren Sie sich bitte vorher bei der lokalen Informationsstelle über die Strecken- und Wetterverhältnisse. Je nach Jahreszeit und Witterungsverhältnissen kann diese Route gesperrt oder unterbrochen sein
| Startort |
Sent
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|---|---|
| Zielort |
Tschlin
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| Aufstieg |
700 m
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| Abstieg |
620 m
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| Distanz |
17 km
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| Dauer |
4 h 45 min
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| Dauer umgekehrte Richtung |
4 h 40 min
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| Technische Anforderungen |
Leicht
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| Konditionelle Anforderungen |
Mittelschwer
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Fakten
Routennummer
