Das abgeschiedene Kloster - Hauterive
Überblick
Einleitung
Die mittelalterliche Abtei Hauterive gehört zu den besterhaltenen Klosteranlagen der Schweiz und fügt sich harmonisch in eine Schlaufe der Saane ein. Die nüchterne, bescheidene Kirche und die barocke Opulenz der Klostergebäude bilden einen interessanten Kontrast.
Die Zisterzienserabtei Hauterive liegt abgeschieden auf einer leicht erhöhten Ebene in einer Schleife der Saane. Die Lage entsprach den Anforderungen des nach Busse und Abgeschiedenheit strebenden Ordens: Nähe zu einem Gewässer, zu Kulturland für die Selbstversorgung und zu Rohmaterialien für den Bau eines Klosters.
Die Abtei wurde 1138 von den Mönchen von Cherlieu errichtet. Die Organisation dieser Ursprungsbauten entspricht mustergültig dem zisterziensischen Grundriss: Vier Flügel sind im Quadrat um einen Kreuzgang angeordnet, wobei der nördliche Flügel aus der nach Osten gerichteten Kirche besteht. Die im 13. Jahrhundert um eine Mühle, einen Bauernhof und eine Kapelle erweiterte und mit einer Umfassungsmauer versehene Anlage wurde in der Folge mehrmals erneuert und umgestaltet. Die Abtei kannte Zeiten der Blüte und des Niedergangs. Im 18. Jahrhundert wurden die Konventgebäude im Stil des Barocks erneuert und kontrastierten fortan mit der älteren, nüchtern gehaltenen Kirche.
Nach einer Unterbrechung von 91 Jahren, während derer die Anlage die kantonale Landwirtschaftsschule und später das Lehrerseminar beherbergte, hielt 1939 das monastische Leben wieder Einzug. Aktuell zählt die Abtei etwa zwanzig Mönche aus der Schweiz und verschiedenen Ländern Europas.
Ausflugstipp
Die Abtei Hauterive und die eindrückliche Saaneschlaufe lässt sich am besten auf dem Circuit de Hauterive, einer knapp 3-stündigen Wanderung, erkunden. Im Kloster gibt es einen Klosterladen mit lokalen Produkten. Am Samstag finden öffentliche Führungen statt. Wer tiefer ins klösterliche Leben eintauchen möchte, logiert im Gästehaus und nimmt an den Gottesdiensten der Mönche teil.
ISOS steht für das Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung. Das Inventar wird durch das Bundesamt für Kultur (BAK) erarbeitet. Das ISOS bezeichnet die wertvollsten Siedlungen der Schweiz. Es zählt heute rund 1200 Ortsbilder, vom Weiler bis zur Stadt. Das Inventar ermöglicht es, die Entwicklung und die Identität der von ihm erfassten Siedlungen zu verstehen. Es trägt somit zur Bewahrung der schweizerischen Architekturvielfalt bei und fördert eine nachhaltige Planung sowie eine hohe Baukultur.
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Adresse
Abbaye d'Hauterive
Chemin de l'Abbaye 19
1725
Posieux
Schweiz
Telefon
+41 (0)26 409 71 00
accueil@abbaye-hauterive.ch
abbaye-hauterive.ch
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