Einleitung

Das Kurhaus Tarasp war eines der ersten Grandhotels im Engadin. Im 19. Jahrhundert kurten hier Könige und Zaren, die mineralreichen Quellen und Trinkkuren waren weltberühmt. Die intakte Anlage mit Kurpark besticht noch heute.

Im engen Talboden des Inns, von steilen Felsen und Wäldern umgeben, liegt das Kurhaus Tarasp. Die in sich geschlossene Anlage an isolierter Lage gilt als wichtiger Zeuge des Bädertourismus. Sie zeichnet sich durch ihre Intaktheit aus: Alle mit dem Kurbetrieb verbundenen Bauten sind erhalten, auch der Kurpark. Das noble Grosshotel von 1864 zählte bei seiner Eröffnung 200 Gästezimmer, zahlreiche Salons, Speisesäle und Restaurants sowie einen Badetrakt. Die Anlage wurde mehrfach erweitert. So wurden nach 1875 beispielsweise eine Trinkhalle – die sogenannte Büvetta –, die «Villa Victoria», ja sogar eine Kirche errichtet. 1912 kam ein neues Badehaus dazu. 

In der Blütezeit der Badekuren im 19. Jahrhundert besuchte ein internationales Publikum das Kurhotel. Der Beginn des Ersten Weltkriegs bremste den Tourismus. Durch den medizinischen Fortschritt ging die Beliebtheit der Bäderkuren zurück. Nach einer langen Pause öffnete das Kurhaus Tarasp Ende Dezember 2023 wieder seine Türen und bietet seither wieder Übernachtungen an. Das ehemalige Badehaus wird als Künstlerhaus durch die Fundaziun Nairs genutzt. Es gehört zusammen mit der Trinkhalle zu den schweizweit wichtigsten Bauwerken seiner Art.

Ausflugstipp

Um die Atmosphäre des ehemaligen Kurorts zu spüren, empfiehlt sich ein Besuch der Kunsthalle Nairs. Sie befindet sich im ehemaligen Badehaus und zeigt nationale und internationale Gegenwartskunst. Die Trinkhalle Büvetta kann von aussen bestaunt werden. Alternativ kann man in einer knappen Stunde auch von Scuol aus oberhalb des Inns zum Kurhaus wandern und auf der anderen Flussseite wieder zurück. 

ISOS

ISOS steht für das Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung. Das Inventar wird durch das Bundesamt für Kultur (BAK) erarbeitet. Das ISOS bezeichnet die wertvollsten Siedlungen der Schweiz. Es zählt heute rund 1200 Ortsbilder, vom Weiler bis zur Stadt. Das Inventar ermöglicht es, die Entwicklung und die Identität der von ihm erfassten Siedlungen zu verstehen. Es trägt somit zur Bewahrung der schweizerischen Architekturvielfalt bei und fördert eine nachhaltige Planung sowie eine hohe Baukultur. 

Übersicht

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Tarasp
Graubünden
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