Herbstgoldige Reise für alle Sinne Auf dem Rebweg Sentier Viticole fliessen Lebensfreude, Genuss und Weinkultur zusammen.

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Einleitung

Im Herbst tragen die Weinberge ihr schönstes Kleid. Während die Blätter in Gelb-, Kupfer- und Rottönen leuchten, ist die Sonne noch kräftig genug, um die Hänge über dem Rhonetal in warmes Licht zu tauchen. Zwischen Sierre und Salgesch führt der Sentier Viticole auf wenigen Kilometern durch diese Farbenpracht. Ein Wanderweg mitten hinein in das Lebensgefühl des Wallis – voller Aromen, Geschichten und Genussmomente.

Wallis

Das Wallis liegt im Süden der Schweiz und erstreckt sich von der Rhonequelle bis zum Genfersee. Die Region ist geprägt von eindrücklichen Alpenlandschaften mit Viertausendern, Gletschern und sonnigen Tälern. Im Herbst prägen goldene Rebstöcke, warme Farben und eine lebendige Weinkultur die Landschaft entlang des Rhonetals, das sich von Osten nach Westen durch den Kanton zieht. Alte Dörfer, historische Schlösser und traditionsreiche Weinorte machen die Region zu einem vielseitigen Ziel für Natur-, Kultur- und Genussmenschen.

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Der Ausflug beginnt im Château de Villa in Sierre. Hinter den historischen Mauern des Patrizierhauses aus dem 16. Jahrhundert dreht sich alles um hervorragende Rohwaren und die Walliser Genusskultur. Der Duft regionaler Spezialitäten liegt in der Luft. Serviert werden traditionelle Walliser Teller mit hauchdünn geschnittenem Trockenfleisch und würzigem Käse. Daneben dampft geschmolzener Käse im Fondue-Caquelon oder wird als frisch abgestrichenes Raclette auf dem Teller serviert.

Château de Villa in Sierre (16. Jh.)​.

Besagtes Schweizer Käsegericht wird hier grossgeschrieben, hat Raclette doch seinen Ursprung im Wallis. Aus dem einfachen Mahl der Älpler entwickelte sich eine der bekanntesten und weit über die Landesgrenzen hinaus geschätzten Spezialitäten der Schweiz.

Die bei der Raclettedegustation servierten Käse stammen selbstverständlich allesamt aus der Region und laden zu einer genussvollen Reise durch den Bergkanton ein. Dabei zeigt sich eine eindrucksvolle Geschmacksvielfalt: Je nach Herkunft reicht das Spektrum von rezent und kräftig bis hin zu besonders mild und cremig.

Dazu ein Glas Wein aus der hauseigenen Önothek, die rund 780 verschiedene edle Tropfen aus dem ganzen Wallis kuratiert. Ein vielversprechender Auftakt für einen Tag im Zeichen von Wein, Landschaft und Lebensfreude.

Hauseigene Önothek im Château de Villa​.

Zwischen Reben und Geschichten

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Nur wenige Schritte vom Schloss beginnt der Rebweg. Dieser verbindet das französischsprachige Sierre mit dem deutschsprachigen Salgesch. Die rund sechs Kilometer lange Strecke zählt zu den bekanntesten und wohl auch informativsten Weinwanderungen der Schweiz. 80 Erklärungstafeln säumen den Weg und erzählen vom Leben der Rebe, aber auch von den Landschaften und Menschen.
Doch wer hier unterwegs ist, schaut weder auf die Uhr noch auf Distanzen. Zu eindrucksvoll sind die Landschaft und die Geschichten entlang des Weges.

Eine der 80 Tafeln über die Geschichte der Reben​.

Kaum losgelaufen öffnet sich der Blick auch schon auf das Château Mercier. Stolz thront das historische Gebäude inmitten der Rebberge und erinnert an die lange Weinbautradition der Region. Der Weg führt weiter durch Muraz und Veyras, das seit jeher Schriftsteller und Künstler angezogen hat. Nicht weit entfernt liegt das Château de Muzot, wo Rainer Maria Rilke einige seiner bedeutendsten Werke vollendete. Die Landschaft scheint hier noch immer dieselbe stille Kraft auszustrahlen, die bereits Generationen von Kreativen inspiriert hat.

Im Rhythmus der Reben über die Sprachgrenze

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Rebstock reiht sich an Rebstock, Zeile an Zeile, Parzelle an Parzelle. Aus der Ferne erscheint die Weinlandschaft wie ein kunstvoll gewobenes Mosaik aus Farben, Formen und Strukturen. Entlang von Trockensteinmauern und über schmale Wege führt der Sentier Viticole durch eine Kulturlandschaft, die über Generationen gewachsen ist.

Auf halber Strecke zwischen Sierre und Salgesch.

Auf einer kleinen Parzelle entlang der Route wachsen 34 der im Wallis angebauten Rebsorten nebeneinander – ein Sinnbild für die aussergewöhnliche Vielfalt des Walliser Weinbaus. Eile scheint hier fehl am Platz. Stattdessen geben Farben, Eindrücke und Aussichten den Takt vor.

Im Herzen der Reben der Region​.

Schliesslich nähert sich der Weg der Raspille. Die kleine Schlucht markiert seit Jahrhunderten die Grenze zwischen dem französisch- und deutschsprachigen Kantonsteil. Doch die Rebberge kennen keine Sprachgrenzen. Sie verbinden Landschaften, Menschen und Traditionen auf beiden Seiten des Tals.

Gemeinsam verweilen und den Blick in die Ferne schweifen lassen​.

Wein als Kultur

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In Salgesch angekommen, lädt das Weinmuseum dazu ein, tiefer in die Welt des Walliser Weinbaus einzutauchen. Zwischen historischen Exponaten, interaktiven Elementen und spannenden Einblicken wird schnell klar, dass Wein hier weit mehr als ein Produkt ist.

Für den letzten Höhepunkt des Tages geht es zurück in die Rebberge. Die zahlreichen Weinkeller der Region laden dazu ein, die Vielfalt des Walliser Terroirs direkt bei den Produzierenden zu entdecken. Bei einem edlen Tropfen blickt man über die Reben und lässt die Erlebnisse des Tages Revue passieren – die Geschichten entlang des Weinwegs, die Farben des Herbstes und die Einblicke in die lokale Weinkultur.

Wenn die Sonne langsam hinter den Bergen versinkt und die Rebberge noch einmal golden aufleuchten, wird klar: Dieser Weg führt mitten hinein in das Lebensgefühl des Wallis.

Den Tag zwischen Reben und Abendsonne ausklingen lassen.