Die Winterschwimmerin.

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Einleitung

Antonia Spillmann liebt das Leben in der Stadt. Sie wohnt direkt am See und schwimmt jeden Tag darin. Das ist nicht ihr einziges Rezept, weshalb sie auch im hohen Alter fit bleibt.

Zug.

Die Stadt Zug, bekannt durch die tiefen Steuern und Sitz zahlreicher Firmen, wurde von den Kyburgern gegründet. Wahrzeichen der Stadt ist der Zytturm, von dem aus man eine herrliche Sicht auf Altstadt, Zugerberg und See hat.

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Zug
Zürich Region
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Es dämmert in Zug. Langsam erwacht die Stadt am See. In ein paar wenigen Wohnungen brennt Licht, ein Entenpaar quakt, hinter den Häusern zeichnet sich schwach die Silhouette der verschneiten Rigi ab.

Zug, Wintermorgen

Es ist kalt.

Und trotzdem spaziert die 73-jährige Antonia Spillmann im Bademantel Richtung Zugersee.

Ohne mit der Wimper zu zucken, legt sie den Bademantel ab und gleitet in den See. Seine Temperatur liegt knapp über Null Grad. Der See ist glatt wie ein Spiegel. Ausser den winzigen Wellen, die Antonia Spillmanns Züge verursachen, ist nichts zu hören. Vor ihr die Berge, hinter ihr die Stadt, schwimmt die Rentnerin ins Morgengrau.

«Wie andere am Morgen unter die Dusche stehen, gehe ich in den See – 365 Tage im Jahr.» Antonia Spillmann

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«Ja, im Winter ist es kalt», sagt die Zugerin nach ihrem Ritual. Doch es sei gesund, sie sei nie krank. «Wie andere am Morgen unter die Dusche stehen, gehe ich in den See – 365 Tage im Jahr.»

Antonia Spillmann schätzt an Zug nebst dem See die kurzen Wege. Der Metzger, feine Restaurants, das Gemüselädeli; alles ist da. Geht sie in der Altstadt einkaufen, grüsst sie fast jede und jeden, den sie kreuzt. «Man kennt sich, man sagt Hallo, das finde ich speziell in meinem Alter schön.»

Durchatmen auf dem Hausberg.

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Zur Talstation der Bahn auf den Zugerberg nimmt sie den Bus. Mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln gelangt sie in knapp einer Viertelstunde auf den Hausberg.

Vom Gipfel bietet sich ihr nicht nur ein atemberaubendes Panorama auf den See und die Stadt, sie findet sich wieder in einer absoluten Wintermärchenlandschaft.

Wie überall in der Schweiz lieben die Städter die Natur, die nie weit entfernt ist.

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Antonia Spillmann spaziert durch den tiefverschneiten Wald. «Ich kann hier oben, einen Katzensprung entfernt von meiner Wohnung, richtig durchatmen, das ist mir wichtig.»

Sie ist nicht die Einzige: Kinder schlitteln, Langläufer ziehen ihre Kreise, die Skischule hat geöffnet.