Walserweg Gottardo
Übersicht
Einleitung
Der lange Abstieg ab Bosco Gurin – meist entlang des wilden Flusses Rovana oder weiter oben in der Talflanke – erreicht bei Cevio den breiten Talboden. Flussaufwärts der Maggia folgend, endet die Wanderung nach einem Abstecher zur historischen Stätte Sott Piodau in Bignasco, wo sich das Valle Maggia aufteilt.
Beschreibung
Bosco Gurin ist das höchstgelegene, ganzjährig bewohnte Dorf im Tessin und die einzige Gemeinde, in der im Alltag Deutsch gesprochen wird, beziehungsweise «Gurijnartitsch». Im Jahr 1253 von den Walsern gegründet, zeigt sich der Ort bis heute malerisch schön mit ursprünglichen Häusern aus Stein und Holz. Das authentische Dorf ist auch ein Paradies für Wandernde. Auf den Spuren der Walser steigt man nach einem Stück auf der Strasse zum Fluss hinunter. Über die nächsten Kilometer folgt der Pfad dem wilden Flussbett, schlängelt sich durch den Wald oder über kleine Wiesenabschnitte. Unterhalb der kleinen Siedlung Corino, bei der Wasserfassung für die Kraftwerke, quert man den breiten Bergbach auf einer alten Bogenbrücke. Hoch über dem tosenden Bach schlängelt sich der Weg talwärts und steil hinunter nach Collinasca.
Im Auf und Ab entlang der Bergflanke ist bei der Siedlung Linescio über die Hälfte der Wanderung geschafft. Eindrücklich: Die kunstvoll angelegten Terrassen rund um das Dorf, auf denen einst Getreide, Kartoffeln und Rüben gediehen. Hier steigt man zur Pfarrkirche San Remigio ab, ein wichtiger Teil es geschützten Ortsbildes von Linescio. Über die Talstrasse taucht die Wanderung in den dichten Wald. Eine Römerbrücke passiert den Bach, der sich tief in die Gesteinsschichten eingeschnitten hat. Eine lange Felsentreppe windet sich hinauf an den Gegenhang. Die zerfallenen Dörfer entlang der schattigen Talflanke erzählen von besseren Zeiten im Tal.
Bei Rovana erreicht der Bergweg das Tal. Der Bach ist inzwischen fast ausgetrocknet, weil das meiste Wasser zur Elektrizitätserzeugung in Stollen und Turbinen umgeleitet wird. Der breite Talboden des oberen Maggiatals ist von senkrechten Felswänden umgeben und bildet ein klassisches, von Gletschern geformtes U-Tal. Alte Steinmauern säumen den Weg, kurz vor dem Etappenziel Bignasco steigt er über Steinplatten nochmals hinauf unter eine steile Felswand. Im Blockwirrwar eines Bergsturzes aus der prähistorischen Zeit haben die Menschen der Umgebung von Sott Piodau zahlreiche Bauten und Anbauflächen errichtet. Das bekannteste Bauwerk ist die Wolfsfalle, in dessen Inneres die Tiere mit einem Köder gelockt wurden. Vom grössten Felsblock der Hangsiedlung aus hat man eine tolle Aussicht auf den alten Ortskern von Bignasco und den Eingang ins Lavizzaratal. Unterhalb der alten Brücke warten schöne Badepools und im Ort gibt es mehrere Gasthäuser, Einkaufs- und Übernachtungsmöglichkeiten.
Zu einer genussreichen Tour gehört die sorgfältige Planung derselben. Informieren Sie sich bitte vorher bei der lokalen Informationsstelle über die Strecken- und Wetterverhältnisse. Je nach Jahreszeit und Witterungsverhältnissen kann diese Route gesperrt oder unterbrochen sein
| Startort |
Bosco Gurin
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|---|---|
| Zielort |
Bignasco
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| Aufstieg |
420 m
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| Abstieg |
1500 m
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| Distanz |
16 km
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| Dauer |
4 h 50 min
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| Dauer umgekehrte Richtung |
6 h
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| Technische Anforderungen |
Mittelschwer
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| Konditionelle Anforderungen |
Schwierig
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Fakten
Routennummer
