Walserweg Gottardo
Übersicht
Einleitung
Wer gerne bergab wandert, wird diese Etappe mögen: Sie verbindet den Gotthardpass mit Andermatt, Hauptort des Urserentals. Auf dem alten Saumweg gelangt man hinunter ins lebendige Hospental mit unzähligen Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten. Entlang der Reuss und dem ausgedehnten Golfplatz des Resorts Swiss Alps erreicht man das Etappenziel.
Beschreibung
Der Gotthardpass ist Sinnbild für die Verbindung von Nord- und Südeuropa und eine wichtige Verkehrsader. Verschiedene Gebäude auf der Passhöhe zeugen von der bewegten Geschichte: Vorbei Nationalen Gotthard-Museum und dem geschichtsträchtigen Hospiz verlässt man die Passhöhe Richtung Norden. Auf der gepflasterten, alten Passstrasse entlang aufgestauter Seen werden die Spuren der Energienutzung sichtbar: Windräder drehen, Hochspannungsleitungen ziehen sich über einen hinweg und eindrücklich ist die nahe Lucendro-Staumauer. Als sie während des Zweiten Weltkriegs erstellt wurde, herrschte Zementmangel. Deshalb wurde die Mauer in der Pfahlbauweise aus hohlen Betonsäulen gebaut. Über die moderne Passstrasse steigt der schmale Pfad dann hinunter auf den ersten Talboden und folgt der Gotthardreuss. Auf den nächsten Abschnitten ist der alte Saumweg mit den ursprünglichen Steinplatten und dem Steingrund erkennbar. Bedeutung erlangte der Gotthard-Passübergang, als es um 1200 gelang, die Schöllenenschlucht mit zwei Holzbrücken begehbar zu machen. Die technischen Fertigkeiten dafür kamen wahrscheinlich von den Walsern.
Unterhalb der Alpwirtschaftsbetreibe Mätteli passiert man ein massiges pilzförmiges Bauwerk. Es dient als Lüftungsanlage des Gotthard-Strassentunnels. Über offene Weiden werden zwei flache Talböden mit den klingenden Namen Blumenhüttenboden und Gamsboden erreicht. Auf einer angenehmen, neuen Weganlage unterhalb der Passstrasse und hoch über dem tosenden Fluss erreicht man die alte Gotthardstrasse, die nun in langgezogenen Kehren nach Hospental hinunterführt. Markantestes Bauwerk hier: Der Turm von Hospental, einstiger Wohnsitz der Herren von Hospental. Er steht gut sichtbar auf einem Hügel und prägt die Landschaft des Tals. Mit dem Aufkommen der Säumerei wurde Hospental zu einem wichtigen Umschlagplatz des Waren- und Personenverkehrs über den Gotthard. Heute ist es ein beliebter Einkehrort für Touristen. Über die gepflasterte Dorfstrasse, vorbei an stattlichen Holz- oder Steinhäusern, verlässt man das Dorf und folgt dem Lauf der Reuss.
Bald breiten sich linkerhand die gepflegten Rasen des Golfplatzes aus, zahlreiche Kunstobjekte säumen den Weg Richtung Andermatt. Eindrücklich auch: der Blick zurück über das breite Urserental mit seinen steilen Talflanken. Mit der Andermatt Swiss Alps AG sind seit 2009 ganz neue Quartiere mit imposanten Gebäudekomplexen entstanden, darunter das Luxushotel Chedi. Daneben prägen aber auch die Bauten des 1885 entstandenen Waffenplatzes das Ortsbild. Touristisch hat Andermatt einiges zu bieten: An der längsten durchgehenden Bahnlinie der Alpen zwischen Tirano und Zermatt gelegen und durch die Schöllenen in Göschenen an das SBB-Netz angeschlossen, hat es eine gute Verkehrslage. Im alten Dorfkern finden sich noch ursprüngliche Holzhäuser mit gemauertem Unterbau und eine Reihe stattlicher Häuser im Rokokostil. Der Name Andermatt (An der Matte) geht zurück ins Jahr 1200 als Oberwalliser die Furka überquerten, sich inmitten der romanischen Bevölkerung des Urserentales niederliessen und Siedlungen wie Andermatt gründeten. Von hier aus drangen einzelne Sippen der Walser über den Oberalppass ins Quellgebiet des Rheins und flussabwärts bis Obersaxen vor. Das entspricht auch dem weiteren Verlauf des Walserwegs Gottardo.
Zu einer genussreichen Tour gehört die sorgfältige Planung derselben. Informieren Sie sich bitte vorher bei der lokalen Informationsstelle über die Strecken- und Wetterverhältnisse. Je nach Jahreszeit und Witterungsverhältnissen kann diese Route gesperrt oder unterbrochen sein
| Startort |
Passo San Gottardo
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|---|---|
| Zielort |
Andermatt
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| Aufstieg |
120 m
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| Abstieg |
780 m
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| Distanz |
13 km
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| Dauer |
3 h 20 min
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| Dauer umgekehrte Richtung |
4 h
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| Technische Anforderungen |
Mittelschwer
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| Konditionelle Anforderungen |
Mittelschwer
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Fakten
Routennummer
