Walserweg Gottardo
Übersicht
Einleitung
Steil über den Passo di Nefelgiù, entlang von wilden Bachgräben und weiter in die nächste Geländekammer. Der Lago Morasco, die urtümliche Walsersiedlung Riale und der imposante Toce-Wasserfall liegen am Abstiegsweg ins Val Formazza. Das Etappenziel im Tal ist Ponte oder Zum Schtäg, wie es auf Walserdeutsch heisst.
Beschreibung
Die ersten 400 Höhenmeter dieser Etappe sind nicht ohne: Von der Alpe Vannino steigt der Weg gleich sehr steil entlang eines rutschigen Bachgrabens zum kargen Passübergang. Ein Blick zurück lohnt sich: Tief unten glitzert der See, in der Ferne thront das Ofenhorn über dem Talkessel. Auch der Abstieg vom Passo di Nefelgiù – zusammen mit dem Passo di Cristallina höchster Punkt des gesamten Walserwegs – wird von einem Wildbachgraben geprägt, bis der Weg dann in die seitlichen Hänge übergeht. Über einen breiten Talboden mit Alpwiesen wird die Alpe di Nefelgiù erreicht. Ein befahrbarer Feldweg hoch über dem grossen Morasco-Stausee führt langsam westwärts Richtung Tal. Mit Moraschg (Morasco) verschwand auch hier im Jahr 1940 ein ganzes Walserdorf in den Fluten. Ein fotogenes Oratorium auf einer Anhöhe vor Riale erinnert an das «beerdigte» Dorf und an die Arbeiter, die beim Bau des Staudamms ihr Leben liessen.
Absteigend über Wiesen und durch lichte Wälder folgt die Siedlung Riale di Sotto. Ein lohnender Abstecher: das ursprüngliche Walserdorf Riale oder Chärbäch, dessen Häuser aus Holz und Stein sich am Rand der Ebene dicht aneinanderdrängen. Hier trifft auch die Via Sbrinz vom Griespass kommend auf den Walserweg Gottardo. Jeweils im Spätsommer findet im Ort das grosse Säumerfest statt. Abseits der Strasse wandert man nun über Wiesen, Wald und Hügel zur Cascata del Toce. Der Wasserfall war einst ein imposantes Wahrzeichen des Tals und eine viel besuchte Sehenswürdigkeit. Das ist er jetzt vor allem an speziellen Sommertagen: Dann nämlich, wenn die Schleuse geöffnet wird und das Wasser auf einer Breite von 60 Metern 143 Meter über die Felsen hinuntertost. Normalerweise wird der grösste Teil des Wassers durch Druckleitungen der Kraftwerkzentrale Ponte zugeführt. Der Wanderweg führt vom traditionellen Hotel von 1863 neben dem Wasserfall nach unten. Gedenktafeln erinnern daran, dass zahlreiche Künstler und Musiker dieses Naturschauspiel besucht haben und sich inspirieren liessen.
Unterwegs auf dem Weg, der im Talgrund den breiten Bachlauf quert, bieten sich immer wieder neue Ausblicke. Auf der rechten Talseite führt er nun mit leichten Gegensteigungen und über weitere Talstufen hinunter zum grossen Walserdorf Ponte (Zum Schtäg). Zahlreiche Gaststätten laden in den benachbarten Talorten Ponte und Valdo zur Einkehr ein. Die Holzbauten und die Anschriften an Ortstafeln, Verwaltungen oder Schulgebäuden lassen auf die deutschsprachige Abstammung der Bewohner schliessen. Der Bau der Kraftwerksanlagen und Strassen ermöglichten auch eine touristische Entwicklung. Die Zuwanderung aus dem Süden führte wohl zu einem schleichenden Verlust der walserischen Traditionen, der kulturellen Identität und des Walserdeutsches. Aus dem Pomatt ist endgültig des italienische Val Formazza geworden. Wer mehr zur Kultur der Walser erfahren will, besucht in Ponte das historisch bedeutende Steinhaus «Casa Forte», in dem ein Ethnografisches Museum untergebracht ist.
Zu einer genussreichen Tour gehört die sorgfältige Planung derselben. Informieren Sie sich bitte vorher bei der lokalen Informationsstelle über die Strecken- und Wetterverhältnisse. Je nach Jahreszeit und Witterungsverhältnissen kann diese Route gesperrt oder unterbrochen sein
| Startort |
Lago Vanninio/Margaroli (I)
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|---|---|
| Zielort |
Ponte Formazza (I)
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| Aufstieg |
580 m
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| Abstieg |
1450 m
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| Distanz |
13 km
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| Dauer |
4 h 50 min
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| Dauer umgekehrte Richtung |
5 h 45 min
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| Technische Anforderungen |
Mittelschwer
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| Konditionelle Anforderungen |
Schwierig
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Fakten
Routennummer
