Walserweg Gottardo
Übersicht
Einleitung
Vom Talboden bei Fondovalle auf schmalem Pfad hinauf durch den wilden Bergwald und dann über Alpwiesen. In einer Geländemulde überrascht der tiefblaue Lago Superiore. Durch eine Blocklandschaft geht es hoch zum Gebirgspass Hendar Furggu und in sanfterem Abstieg über Alpweiden und durch lichten Wald nach Bosco Gurin, dem einzigen Walserdorf im Tessin.
Beschreibung
Das Val Formazza grenzt an das Goms und war die erste Siedlung der Walser südlich des Alpenraums. Davon zeugen die Bauweise der Häuser, der Dialekt, der noch teilweise gesprochen wird – und die walserischen Ortsnamen. So heisst Ponte zum Beispiel auch Zum Schtäg und ist der Start der Etappe. Von hier folgt man auf einem schmalen Strässchen dem Fluss Toce, vorbei an den Siedlungen Tuffald (S. Michele) und Stafelwald (Fondovalle). Der Toce fliesst bei Verbano als grösster Wasserzubringer in den Lago Maggiore.
Bald lässt man das Tal links liegen – den nächsten Anstieg bewältigt man allerdings nicht unbedingt mit links: Es gilt nun, die anstrengenden 1200 Höhenmeter hoch bis zur Hendar Furggu zu erklimmen. Zuerst geht’s im Zickzack durch einen hochstämmigen Bergwald, nach den ersten Alphütten dann über offene Hänge und Alpweiden stetig steil aufwärts. Auf einer Geländeterrasse auf gut 2100 Meter Höhe dreht der Weg südwärts und kommt in einem weiten Bogen ans Ufer des Lago Superiore. Tiefblau schimmert der natürliche Karsee, umrahmt von steilen Felswänden. Es ist die perfekte Kulisse für eine ausgiebige Rast, vielleicht gönnt man sich sogar ein Bad. Die Aussicht über das Val Formazza und zu den Bergen dahinter ist herrlich. Von hier gut sichtbar: der Felskessel zum Passo Busin, der in Etappe drei erklommen wurde.
Vom nördlichen Ende des Lago Superiore erreicht man nach wenigen Höhenmetern den alten Weg, dem durch eine imposante Blocklandschaft bis zur Hendar Furggu gefolgt wird. Schon 1244 zogen die ersten Walserfamilien mit Hausrat und Nutztieren über diesen alpinen Übergang und gründeten die Siedlung Gurin. Der Abstieg dorthin ist im Vergleich zum Aufstieg sanft: Über einige Blockfelder, dann Alpweiden und am Schluss durch lichten Wald endet die Etappe schliesslich im Dorf Bosco Gurin. Dessen Baustil erinnert stark an Binn oder andere Dörfer im Oberwallis. Auch Flurnamen wie Grossalp, Schwarza Brunna und Undar d'Platta deuten darauf hin, dass hier ursprünglich Walliserdeutsch gesprochen wurde. Seit geraumer Zeit wird das alemannische «Tiitsch» durch das romanische «Dialett» verdrängt. Die Grenzen zwischen zwei traditionsreichen Bergkulturen sind durchlässig geworden, aus Gurin wird allmählich Bosco. Das Museum im Dorfzentrum gibt einen guten Einblick in die ursprüngliche Kultur der Walser.
Zu einer genussreichen Tour gehört die sorgfältige Planung derselben. Informieren Sie sich bitte vorher bei der lokalen Informationsstelle über die Strecken- und Wetterverhältnisse. Je nach Jahreszeit und Witterungsverhältnissen kann diese Route gesperrt oder unterbrochen sein
| Startort |
Ponte Formazza (I)
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|---|---|
| Zielort |
Bosco Gurin
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| Aufstieg |
1250 m
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| Abstieg |
1050 m
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| Distanz |
13 km
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| Dauer |
5 h 40 min
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| Dauer umgekehrte Richtung |
5 h 30 min
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| Technische Anforderungen |
Mittelschwer
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| Konditionelle Anforderungen |
Schwierig
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Fakten
Routennummer
