Der Kraftort Solothurns - Verenaschlucht
Überblick
Einleitung
Die Kulturlandschaft Verenaschlucht nördlich von Solothurn begeistert durch ihre atmosphärische Ausstrahlung. Neben einem Besuch der Einsiedelei St. Verena lohnt sich auch ein Abstecher nach Kreuzen, dem Endpunkt eines der ältesten Stationenwege nördlich der Alpen.
Die von steilen Waldhängen und Felsen gesäumte Verenaschlucht ist heute ein beliebtes Naherholungsbiet der Solothurnerinnen und Solothurner. Der Name der Schlucht geht auf die heilige Verena zurück, die der Legende nach hier in einer Höhle gelebt haben soll. Vom Kirchbezirk St. Niklaus aus dem idyllischen Verenabach folgend, erreicht man am Ende die Einsiedelei St. Verena. Über zwei Treppen ist die St. Verenakapelle zugänglich, die teilweise in den steilen Felsen hineingebaut ist. Eine Loggia mit grosszügigen Bögen bildet eine Art Kirchenschiff. Die zweite Kapelle, St. Martin gewidmet, stammt aus dem 12. Jahrhundert und ragt quer zum Bachverlauf in die Schlucht hinein. Von aussen wirkt sie schlicht, birgt im Chor aber einen stattlichen Altar mit vier Figuren. Die schindelbedeckte Eremitenklause mit ihrem reizvollen Garten ergänzt das Ensemble.
Interessant ist auch der 1613 angelegte Kreuzweg, einer der ältesten nördlich der Alpen. Er wurde im Jahre 2000 aufwendig restauriert und ist heute unter dem Namen Meditationsweg bekannt. Über 14 Stationen führt er von der Kirche St. Niklaus bis nach Kreuzen, einem sakralen Ensemble aus dem 17. Jahrhundert in einer Waldlichtung. Das grösste Gebäude in Kreuzen, die Kapelle spätgotischer Prägung mit steilem Satteldach, beherbergt in seinem Chor die Nachbildung des Heiligen Grabes. Auf dem Vorplatz der Kapelle stehen ein Brunnentrog und dahinter zwei verputzte Wohnhäuser mit Walmdach.
Südöstlich von Kreuzen und am Kreuzweg gelegen, befindet sich der Wengistein, ein grosser Granitfindling. Dieser wurde 1813 als Denkmal an die Belagerung Solothurns durch die Österreicher errichtet. Die Wengisteinanlage wurde einst viel besucht, ist aber heute etwas in Vergessenheit geraten.
Ausflugstipp
Von der Bushaltestelle St. Niklaus aus führt ein lauschiger Wanderweg in zwanzig Minuten die Verenaschlucht hoch bis zur Einsiedelei. Nach Besichtigung der Kapellen lädt das Restaurant Einsiedelei zur Stärkung ein. Wer Lust auf eine sportliche Wanderung hat, besteigt in knapp 3 Stunden den Weissenstein.
ISOS steht für das Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung. Das Inventar wird durch das Bundesamt für Kultur (BAK) erarbeitet. Das ISOS bezeichnet die wertvollsten Siedlungen der Schweiz. Es zählt heute rund 1200 Ortsbilder, vom Weiler bis zur Stadt. Das Inventar ermöglicht es, die Entwicklung und die Identität der von ihm erfassten Siedlungen zu verstehen. Es trägt somit zur Bewahrung der schweizerischen Architekturvielfalt bei und fördert eine nachhaltige Planung sowie eine hohe Baukultur.
