Thur Kanu
Übersicht
Einleitung
Auf der lieblichen Thur in den mächtigen Rhein paddeln. Vorbei an saftig grünen Wäldern, zahlreichen Kiesstränden, Biberspuren, malerischen Weinbergen und romantischen Dörfern mit den typischen Riegelbauten.
Beschreibung
Obwohl das Einzugsgebiet der Thur vom Säntis bis zu den Churfirsten reicht, führt sie im Sommer normalerweise eher wenig Wasser. Da der Fluss auf seinen ganzen 127 Kilometern keinen See durchfliesst, der ihn regulieren würde, sind die Schwankungen infolge von Regenfällen jeweils sehr ausgeprägt. Innert weniger Stunden kann der Fluss dabei einen enormen Pegelanstieg verzeichnen. Dann wird die Thur ihrem Namen auf eindrückliche Weise gerecht: Er stammt vom indogermanischen «dhu» ab und bedeutet «die Eilende». Schon früh versuchten sich die Menschen hier gegen die wiederkehrenden Überschwemmungen zu schützen. Bereits um 1870 bauten sie die ersten Dämme.
Auch heute fliesst die Thur teilweise durch solche Verbauungen. Dank Renaturierungsmassnahmen wurde der Fluss aber vielerorts wieder naturnah gestaltet. So wurde eine liebliche Flusslandschaft geschaffen, durch die es sich zu paddeln lohnt. Es hat sich auch wieder eine abwechslungsreiche Tierwelt angesiedelt, zum Beispiel der vom Aussterben bedrohte Flussregenpfeifer. Ebenso kann man vom Boot aus viele Fische im klaren Wasser beobachten und häufig wird man auf seiner Fahrt von Prachtlibellenschwärmen begleitet. Bei normalen Wasserständen ist die beschriebene Flussstrecke leicht zu paddeln. Darum Pegel und Wetter beachten.
Im idyllischen Ausgangsort Andelfingen können zahlreiche wunderschöne Riegelbauten entdeckt werden. Eingebootet wird beim Freibad, direkt vor der Fussgängerbrücke. Sogleich gleitet man gemütlich auf dem klaren Wasser dahin. Manchmal beschleunigt sich die Thur, wenn sie an einem der unzähligen Kiesbänke vorbeifliesst. Hier einfach mittig in der Stromzunge fahren. Da der Fluss stellenweise sehr seicht ist, braucht es etwas Voraussicht, um die Route mit dem meisten Wasserdurchlauf zu finden. Auf den ersten Kilometern sollte man sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, um auf einem der schönen Kiesstrände zu rasten. Das klare, kühle Wasser verlockt zum Baden. Dieser Versuchung können viele nicht widerstehen und so herrscht an schönen Wochenenden reger Badebetrieb. Doch mit dem Boot findet sich immer eine freie Kiesbank.
Ab einer markanten Flussbiegung nach knapp vier Kilometern folgen die Thurauen, das grösste Auengebiet des Schweizer Mittellands. Diese letzten gut fünf Kilometer, bevor die Thur in den Rhein mündet, wurden renaturiert. Das heisst: Das Flussbett der Thur wurde in einen natürlichen Zustand zurückversetzt, kann wieder frei mäandrieren und bei Hochwasser die umliegende Auenlandschaft überfluten. Dadurch sind neue Lebensräume für seltene Tiere und Pflanzen entstanden. Auch der Biber hat sich im Gebiet wieder angesiedelt. Mit wachsamen Augen entdeckt man seine Spuren in Form von angenagten und gefällten Bäumen.
Auf sanfter Strömung wird man nun zur Mündung in den mächtigen Rhein getrieben. Falls dieser viel Wasser bringt, sollte im Mündungsbereich auf der linken Flussseite der Thur ausgefahren werden. Rechts, beim sogenannten Thurspitz, kann es dann nämlich zu tückischen Verwirbelungen kommen. Auf dem Rhein gehts vorerst zügig, aber ohne Schwierigkeiten voran. Einzig den Linienschiffen muss man als Kanufahrer den Vortritt gewähren.
In der Ferne taucht auf einer Anhöhe die Kirche von Rüdlingen auf. Das einstige Fischer- und Weinbaudorf liegt malerisch in seine Rebberge gebettet. Viele gut erhaltene Riegelbauten und die hoch über dem Dorf thronende Kirche prägen sein Erscheinungsbild. Wer Rüdlingen zu Fuss erkunden will, kann beim Bootssteg nach der Brücke anlanden.
Nun beginnt man den Rückstau des Kraftwerks von Eglisau zu spüren: der Rhein wird immer träger und die Arme müssen dafür immer mehr arbeiten. Trotz der nun steiler werdenden Ufer kann man liebevoll hergerichtete Grillplätze im Wald finden, um seinen Hunger zu stillen. Natürlich kann auch beim Gartenrestaurant am Tössegg wunderbar eingekehrt werden. Der Rhein ist nun mehr See als Fluss und verlangt schon etwas Kondition, um vorwärtszukommen, aber die unberührt scheinende Natur belohnt für die Anstrengung. Weinberge am rechten Ufer sind dann das sichere Zeichen für den nahenden Ausstiegsort Eglisau, mit seiner mittelalterlichen Altstadt und Weinkellereien.
Zu einer genussreichen Tour gehört die sorgfältige Planung derselben. Informieren Sie sich bitte vorher bei der lokalen Informationsstelle über die Strecken- und Wetterverhältnisse. Je nach Jahreszeit und Witterungsverhältnissen kann diese Route gesperrt oder unterbrochen sein
| Startort |
Andelfingen
|
|---|---|
| Zielort |
Eglisau
|
| Distanz |
18 km
|
| Technische Anforderungen |
Leicht
|
| Konditionelle Anforderungen |
Mittelschwer
|
| Thema |
Entlang dem Wasser
|
| Signalisierung |
Signalisation in beide Richtungen
|
| Mehr Informationen | https://schweizmobil.ch/de/kanuland/route-40 |
Fakten
Routennummer
