Zwei Hütten, zwei Typen. Zu Gast bei Gian Malär (Alp Fops) und Mirko Schadegg (Sit-Hütte).
Einleitung
Ruhe oder Trubel? Gerstensuppe oder Hamburger? Nostalgie oder Moderne? Mehr Kontrast als Alp Fops und Sit-Hütte geht nicht. Und doch haben ihre jeweiligen Gastgeber eines gemeinsam: sind ihre Gäste happy, sind sie es auch.
Arosa - Lenzerheide
Arosa Lenzerheide mit seinen unzähligen Alpwiesen, Bergbächen und Bergseen bietet im Sommer zahlreiche Möglichkeiten. Im Winter stehen abwechslungsreiche Loipen, Winterwanderwege und ein Skigebiet mit 225 Pistenkilometern zur Verfügung.
Ein Arbeitsweg, der Städter träumen lässt.
Gian Malär’s working day starts with a ride in the chair lift up to Piz Scalottas. What a view, and how peaceful it is! With a full milk churn in his hand, he ascends to the idyllic Alp Fops at a leisurely pace.
Nostalgischer Charme.
Die in den 1860ern erbaute Hütte befindet sich seit fünf Generationen in Besitz der Familie. Doch bevor sie Gians eigen wird, zieht es ihn in die Ferne. Weg aus Lenzerheide. Weg aus dem Bündnerland. Nach dem Besuch der Luzerner Kunstschule, einem Gastspiel als Banker und einer langen Weltreise fällt es ihm wie Schuppen von den Augen – sein Platz ist auf der Alp. So übernimmt er 2009 das Kleinod von seinem Vater. Er höhlt den alten Heustock komplett aus, baut neue Toiletten und einen weiteren Gastraum.
Ich mag es, wenn die unterschiedlichsten Menschen bei kühlem Wetter im Stübli an grossen Tischen beisammensitzen.
«Dann reden alle miteinander – weder Beruf noch Herkunft spielen eine Rolle», so Gian. Seine gelassene, bescheidene Art und der Charme der Hütte sind wahrlich ansteckend.
Wenn sich Skifahrer eine währschafte Gerstensuppe nach Nanas Rezept gönnen oder ein «Fopserbrett» mit lokalem Speck, Salsiz und Käse teilen, lassen sie den Stress des Alltags weit hinter sich.
Bunter zu und her geht es in der anderen Ecke des Skigebiets.
Quirliges Treiben...
... in Arosa oberhalb des Snowparks. Die hausgemachten Bio-Burger in Mirko Schadeggs Sit-Hütte gelten als die besten am Berg – was der gewaltige Ansturm über die Mittagszeit bestätigt. Auffällig viele Eltern mit Kindern warten geduldig in der Schlange. Das Interieur hat einen amerikanischen Touch. Früher Garage für Pistenfahrzeuge, ist die Sit-Hütte heute ein moderner «Edel-Diner».
I love Arosa.
Mirko, geboren und aufgewachsen am Zürichsee, hat als Teenager nur eines im Kopf: Snowboardfahren! Als es ihn zum ersten Mal nach Arosa zieht, ist es Liebe auf den ersten Blick und er bleibt gleich ganz im Schanfigg-Tal. Abends als Barkeeper und DJ im Einsatz, frönt er tagsüber seiner grossen Leidenschaft.
Hartnäckiger Pionier.
Er ist es, der die Direktion der Arosa Bergbahnen 1996 überzeugen kann, spezielle Einrichtungen für Snowboarder zu genehmigen. Gesagt, getan – Mirko und seine Kollegen bauen den ersten Snowpark in Arosa. Nun fehlt nur noch ein Unterschlupf für jene, die sonst niemand haben will. So wird die Garage der Pistenfahrzeuge ausgeräumt und umfunktioniert. Ein damaliger Bergrestaurant-Wirt spendiert sogar eine Fritteuse – so wird er die «Pommes vertilgenden Rowdys» endlich los.
Der Traum geht weiter.
Höre ich abends im Radio die Staumeldungen, habe ich alles richtig gemacht.
Seither sind 20 Jahre vergangen – Mirko ist der dienstälteste Gastgeber am Berg. Die ehemals jungen Wilden sind mittlerweile zahm und kommen mit ihren Kindern in die allseits beliebte Sit-Hütte. «Höre ich abends im Radio die Staumeldungen, habe ich alles richtig gemacht», grinst er und fährt mit dem Brett hinunter ins Tal.
Grandiose Aussichten: 360°
Fakten - Spitzenverbrauch in Zahlen.
Alp Fops - Verbrauch einer Wintersaison
1 Tonne Käse
500 Salsiz
800 Liter Suppe
50 Salami
60 Seiten Speck
Sit-Hütte - Konsum an einem Spitzentag
80 Kilogramm Pommes
450 Hamburger